EnerGeno Heilbronn-Franken eG: Energieeffiziente Beleuchtung

EnerGeno-Projekt, Foto: Bündnis Bürgerenergie e.V., Jörg Farys

Stichworte: Energieeffizienz, Energieeinsparcontracting, Beleuchtungscontracting

Die EnerGeno Heilbronn-Franken eG bietet Handwerk, Handel sowie der Industrie individuell zugeschnittene Beleuchtungskonzepte, mit denen diese Stromkosten einsparen. 

Beleuchtungscontracting ist vom Prinzip her einfach. Die Energiegenossenschaft tauscht die Leuchtmittel auf eigene Kosten aus und kalkuliert das Einsparungspotenzial, das über die Laufzeit des Contractingvertrages erreicht wird. Ein vorher festgelegter Anteil der eingesparten Stromkosten geht an die Genossenschaft. Diese übernimmt auch die Wartung der Anlage. Danach kann der Kunde den Vertrag verlängern oder der Energiegenossenschaft die neuen Leuchten zu einem vereinbarten Preis abkaufen.

Die EnerGeno Heilbronn-Franken eG hat sich zum Ziel gesetzt, das Geschäftsfeld Energieeinsparcontracting gewinnbringend zu erschließen. Pilotkunde war das Second-Hand-Kaufhaus GildeCenter der Aufbaugilde. Hier hat die Genossenschaft die komplette Beleuchtung ausgetauscht. Die helleren neuen Lampen sparen über die Hälfte der Stromkosten ein. Die EnerGeno hat die Investition in die 320 Leuchten in Höhe von etwa 35.000 Euro übernommen.

Beleuchtungskonzept Hochregallager

272.825 kWh verbrauchte die Beleuchtung einer Heilbronner Lagerhalle, bevor die EnerGeno Heilbronn-Franken eG mit einem neuen Lichtkonzept und Lampentausch 85 Prozent Einsparungen erreichen konnte.  Die komplette Beleuchtung wurde dabei zunächst auf energiesparende T5-Leuchten umgerüstet. Durch den Einsatz von patentierten Hochleistungsreflektoren wird die Lichtausbeute zusätzlich maximiert.

„Aber am meisten Energie spart natürlich, wer das Licht einfach abschaltet“, erläutert Daniel Knoll, Projektleiter bei der EnerGeno, den nächsten Schritt des Projektes. In dem wird dazu die Beleuchtung in jedem Lagergang einzeln mit Präsenzdetektoren gesteuert. Sobald ein Mitarbeiter einen Lagergang betritt, wird innerhalb von 0,7 Sekunden die Beleuchtung von 10% Minimalhelligkeit auf die volle Lichtstärke gedimmt.

Das Geschäft lohnt sich für beide Seiten. Die Unternehmen haben keine Kosten für Leuchten und Montage und brauchen sich nicht im die Wartung zu kümmern. Im Contracting-Vertrag von in der Regel  fünf Jahren sind feste Raten vereinbart. Die Contractingnehmer sparen ab dem ersten Monat des Vertrages Kosten. Die Energiegenossenschaft erhält ihren Anteil der eingesparten Stromkosten, refinanziert damit die Investition und erwirtschaftet eine Rendite.

So läuft das Projekt ab: Ein Mitarbeiter der Genossenschaft macht eine kostenfreie Bestandsaufnahme und ermittelt die Anzahl der vorhandenen Leuchten, die eingesetzten Leuchtmittel, die jährlichen Betriebsstunden, die genaue Nutzung der Räume und den aktuellen Strompreis. Sind spezifische Licht- oder Lampenanforderungen zu erfüllen? Welche Vorschriften sind einzuhalten? Welche Belastungen sind zu berücksichtigen? (Temperatur, Staub, mechanische Belastungen)? Welche Beleuchtungsart macht Sinn, welche bevorzugt der Kunden? Aus den Ergebnissen der Bestandsaufnahme erstellt er das Modernisierungskonzept.

 

Damit die Genossenschaft in der Akquise nicht regelmäßig vor der Situation steht, dass überzeugte Kunden das Projekt schließlich ohne Contractoren umsetzen, bietet die Genossenschaft den Kunden ihr Lichtkonzept auch ohne Contracting direkt zum Kauf an. Die EnerGeno liefert und montiert dann die neue Beleuchtungsanlage und der Kunde bezahlt direkt den vereinbarten Kaufpreis.

Hürden und Risiken

Contracting-Maßnahmen sind kleinteiliger und haben viel kürzere Laufzeiten als PV-Anlagen. Deshalb ist eine größere Zahl an Projekten nötig, damit sich das Geschäftsfeld lohnt. Entsprechend ist der Aufwand für die Projektakquise nicht zu unterschätzen. Energiegenossenschaften brauchen einen strukturierten Vertrieb und müssen Know-How aufbauen, technisch wie kapitalrechtlich. Neben Planung, Finanzierung und dem Austausch der Leuchtmittel ist die Genossenschaft auch für den Betrieb und die Verwaltung der Contracting-Projekte verantwortlich.

Die EnerGeno arbeitet mit erfahrenen Lichtberatern zusammen, die Unternehmen Energieeffizienzmaßnahmen anbieten. So hat die Genossenschaft drei weitere Lichtsanierungen ohne Contracting-Verfahren umgesetzt.

Ein Risiko ist, dass die Kommune oder das Unternehmen die Effizienzmaßnahme selbst durchführt, nachdem sie von der Energiegenossenschaft kostenlos beraten wurde. Dann bietet die Genossenschaft den direkten Kauf der Leuchten an. Unternehmen bekommen von vielen Anbietern

Leuchten angeboten. Die Energiegenossenschaft bietet eine herstellerunabhängige Beratung und entwickelt ein maßgeschneidertes Beleuchtungskonzept.

Die Gefahr einer Insolvenz oder eines Standortwechsels während der Vertragslaufzeit ist zu prüfen. Gegen das Risiko des Forderungs-Ausfalls kann sich die Genossenschaft theoretisch versichern. Das lohnt sich erst, wenn das Geschäftsfeld umsatzrelevant ist.

Die Genossenschaft muss in ihre Kalkulation die notwenige Haftpflichtversicherung für das Geschäftsfeld einberechnen.

Erfolgsfaktoren

Das Effizienzpotential bei Firmen, Kommunen und Vereinen ist riesig. Kommunen sind aus Sicht der EnerGeno Heilbronn-Franken eG als Zielgruppe schwierig, denn diese müssen bei größeren Projekten ausschreiben.

Beleuchtungscontracting kann für eine Genossenschaft der Einstieg in das Geschäftsfeld Contracting darstellen. Die Investitionen sind nicht zu hoch und amortisieren sich recht schnell. Die Vertragsdauer ist überschaubar und liegt meist bei drei bis fünf Jahren.

Genossenschaften haben einen Vorteil. Sie sind vor Ort gut verankert und haben oft einen guten Kontakt zur Kommune, Vereinen und dem Gewerbe.

Sie können das notwendige Investitions-Kapital relativ einfach aufbringen.

Technische Details

Beim innovativen Beleuchtungskonzept für die Lagerhalle der Papier Union wurde die komplette Beleuchtung am Standort Talheim zunächst auf energiesparende T5-Leuchten umgerüstet. Durch den Einsatz von patentierten Hochleistungsreflektoren wird die Lichtausbeute zusätzlich maximiert. Zudem wird die Beleuchtung in dem Hochregallager in jedem Lagergang einzeln mit Präsenzdetektoren gesteuert. Sobald ein Mitarbeiter einen Lagergang betritt, wird innerhalb von 0,7 Sekunden die Beleuchtung von 10 Prozent Minimalhelligkeit auf die volle Lichtstärke gedimmt.

Die EnerGeno hat bei ihren Projekten häufig sogenannte T5-Leuchtstoffröhren eingesetzt. Diese werden mit einem speziellen Reflektor versehen. Verbunden mit Bewegungsmeldern, die das Licht herunterdimmen, wenn es nicht gebraucht wird, lässt sich damit mehr als die Hälfte des bisherigen Stromverbrauchs einsparen.

Material und Fotos

Präsentation der EnerGeno Heilbronn-Franken eG 

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