E-Ladenetz der Inselwerke eG auf Usedom

Stichworte: Elektromobilität, E-Ladenetz, Ökostrom, Ladeinfrastruktur

Bis 2018 wollen die Inselwerke auf der Insel Usedom und dem angrenzenden Festland ein E-Ladenetz errichten.

Im Jahr 2016 haben die Inselwerke das Usedomer Ladenetz begonnen. Es besteht inzwischen aus 16 Ladestationen, die öffentlich zugänglich sind und mit Ökostrom betrieben werden. Mehrere Stationen werden tagsüber direkt mit Sonnenstrom versorgt, vier sind mit einem eigenen Solarcarport errichtet worden.

Die Inselwerke eG bieten Unternehmen des Gastgewerbes oder Gemeinden an, eine Ladesäule von der Genossenschaft zu mieten. Sie sucht gezielt Standortpartner, die „etwas von den Ladestationen haben“, etwa ein Beachhotel, ein E-Mobilvermieter, ein Bootsverleih. Die Unternehmen erhalten eine attraktive Ladesäule, immer up-to-date, zielgruppengerecht vermarktet und bekommen die Stromkosten erstattet. Die Inselwerke eG sorgt für die regelmäßige Wartung und übernimmt die Abrechnung. Der Standortpartner profitiert indirekt von der Ladesäule durch Kunden, die während des Essens bzw. dem Aufenthalt ihr E-Fahrzeug aufladen sowie vom grünen Image.

Andere Standortpartner haben die zukünftige Entwicklung der Urlaubsregion als Ganzes im Blick. Besucherinnen und Besuchern der Insel bieten die Inselwerke an, dass sie durch das Usedomer Ladenetz in der Inselregion entspannt e-mobil unterwegs sind. „Die Typ-2-Ladesäulen versorgen sie schnell an ausgewählten Standorten mit Ökostrom zu fairen Preisen. Unsere kulinarischen, kulturellen und landschaftlichen Attraktionen vertreiben Ihnen die Ladeweile“, heißt es auf der Website.

Der Zugang zu den Ladestationen erfolgt über eine Inselwerke-Ladekarte oder eine mitgebrachte Ladekarte aus anderen Netzwerken, die über deutschlandweites Roaming die Daten austauschen. Zudem ist es möglich den Ladevorgang über eine App, z.B. Plugsurfing zu starten oder eine Ladekarte beim Standortpartner auszuleihen.

Bis Ende 2016 hat die Energiegenossenschaft 16 Stationen auf Usedom und dem Vorland errichtet, eine davon zwischen Berlin und Usedom.

Die Inselwerke eG möchte mit dem Aufbau des Ladenetzes auch eine Monopolstellung großer Energieversorger verhindern. Die Mitbestimmung der zukünftigen Preise und der Energiequelle an den Ladestationen ist für die Bürgerenergiegenossenschaft ein wesentlicher Antrieb.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert die Errichtung des Usedomer Ladenetzes aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE), die der Umsetzung des Landes-Aktionsplans Klimaschutz dienen. Mit den Fördermitteln wollen die Inselwerke von 2016 bis 2018 bis zu 48 Typ-2-Ladepunkte errichten. Die Begründung der Fördermittelgeber: Der Umstieg auf Elektromobilität birgt das Potential, die Erneuerbaren Energien im großen Umfang auch in den Mobilitätssektor zu implementieren und dadurch über 90 % der durch den Individualverkehr erzeugten Treibhausgase einzusparen.

Vier der Stationen mit Solarcarports wurden über das Leader-Programm zur Regionalentwicklung gefördert. Zudem werden die Ladesäulen durch Genossenschaftsanteile und Nachrangdarlehen finanziert. Die Genossenschaft rechnet mit einer Amortisationszeit von sechs Jahren.

Hürden und Risiken

Der Aufbau des Ladenetzes erfordert sowohl technisches als auch rechtliches Know-How. Eine einheitliche Abrechnung war eine weitere wesentliche Herausforderung. Ziel war es, ein Modell zu schaffen, welches eine innovative Entwicklung der Region ermöglicht und gleichzeitig die Risiken für die Genossenschaftsmitglieder reduziert. Durch die Einbeziehung der Standortpartner ist dies gelungen.

Neuland war der Anschluss der Ladesäulen auch für den Elektriker. Da es auf der Insel nicht überall gute Internetverbindungen gibt, konnten nicht überall einfache GSM-Verbindungen genutzt werden. So mussten neben der elektrischen Verkabelung Verbindungen zu nahegelegenen Routern gelegt werden. Das kann den Aufbau der Ladesäulen um 10 bis 20 Prozent teurer machen.

Erfolgsfaktoren

Die Verantwortlichen der Inselwerke eG haben viel ehrenamtliches Engagement in die Entwicklung des Projektes gesteckt und dabei viel Know-how erworben. Ein großer Sprung für die Arbeit der Genossenschaft. Der enge Kontakt zu den potentiellen Standortpartnern hat sich als wesentlicher Erfolgsfaktor erwiesen.

Die Inselwerke bauen ein einheitliches Ladenetz auf, das benutzerfreundlich ist, fair und vor allem auf geringe laufende Kosten setzt, um die E-Mobilität langfristig attraktiv zu halten. Die Inselwerke haben mit der Mischung von öffentlicher Förderung, Genossenschaftsanteilen und Nachrangdarlehen eine solide Finanzierung für das Projekt.

Technik

Die Inselwerke setzen den EU-Standard Typ2 ein. Diese Ladedose ermöglicht das Laden mit bis zu 22 kW. Ein Renault Zoe benötigt etwa 40 min, um 100 km Fahrtstrecke nachzuladen. Diese Ladetechnik ist deutlich kostengünstiger als DC-Schnellladestationen und für die meisten Standorte ausreichend. Zudem kann jedes in Europa zugelassene e-Auto daran laden, es gibt keine Einschränkungen

Ansprechpartner für Fragen
Inselwerke eG
Vorstand: Frank Haney und René Tettenborn
Swinemünder Str. 55, 17406 Stadt Usedom,
Tel: 038372 – 140 000
E-Mail: energie@nospaminselwerke.de
www.inselwerke.de

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