E-Mobilitätsgenossenschaft Frankfurt: Frankfurt stromert jetzt gemeinsam

Stichworte: Elektromobilität; Carsharing, Elektrofahrzeuge, E-Ladestationen

Die EFO-FFM eG E-Mobilitätsgenossenschaft Frankfurt bietet ihren Mitgliedern Mobilitätslösungen an und baut im Frankfurter Raum ein E-Carsharing-Netz aus E-Mobilen auf.

Mit dem Ziel einer nachhaltigen, elektromobilen Vernetzung Frankfurts wurde die EMO-FFM E-Mobilitätsgenossenschaft Frankfurt am Main eG am 4.10.2016 gegründet. Die Ausgangsbedingungen waren gut. Die EMO-FFM konnte ihre ersten 15 E-Fahrzeuge und ein bereits etabliertes Netz an Verleihstellen sowie die Verleihzentrale „TRANSFERGARAGE“ aus dem vorangegangenen, rund 4-jährigen Förderprojekt des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) übernehmen. Die bereits gewonnenen Partner stiegen auch in die Genossenschaft als investierende Mitglieder ein: So konnte die EMO-FFM auf Kontinuität im Entwicklungsprozess bauen. So wurde die Gründung der Genossenschaft mit den Kooperationspartnern und sodann Mitgliedern sorgfältig vorbereitet. Die Gründungsgremien setzen sich aus den Mitgliedern zusammen.

Den Menschen in Frankfurt soll ein günstiger und bequemer Zugang zu nachhaltiger Mobilität ermöglicht werden. Die E-Autos sollen dabei helfen, das eigene Auto (oder zumindest den Zweitwagen) zu ersetzen und somit eine bequeme Ergänzung zum ÖPNV und dem Fahrrad darstellen. Randstädtische Lagen werden dabei als besonders interessante Orte für das Carsharing identifiziert, da hier die Ergänzung zum Öffentlichen Nahverkehr unmittelbar greift.

Eine effiziente und sinnvolle Nutzung der E-Autos kann dabei durch eine Kombination aus betrieblicher Nutzung und privatem Car-Sharing bestehen. So werden bestimmte Autos unter der Woche vorwiegend durch Firmen genutzt: Sie können dann abends, in der Regel ab 18 Uhr, und am Wochenende zusätzlich privat genutzt werden. Die private Nutzung vollzieht sich somit zu den Stoßzeiten. Folglich erzielt die E-Flotte auch eine maximale Einsparung an umweltschädlichen Abgasen, Stellplätzen und Lärm.

Hierzu bietet die EMO-FFM Unternehmen der Wohnungswirtschaft, Bauträgern und Eigentümergemeinschaften, aber auch Unternehmen jeder Art maßgeschneiderte Mobilitätslösungen in einer Art „Baukastensystem“ an. So wird das Netz an öffentlichen Verleih- und Ladestationen um Verleihfahrzeuge direkt vor der eigenen Haustür und in betrieblichen Kontexten ergänzt.

Somit können die Angebote der Genossenschaft in Mobilitätslösungen und das Carsharing unterteilt werden. Die Genossenschaft ist Eigentümerin der Flotte, berät bei Standortbestimmung sowie Installation der Ladesäulen an den Standorten, wird aber nicht Eigentümerin der Ladesäulen. In Zukunft sollen jedoch auch Gesamtlösungen angeboten werden können.

Trotz des jungen Alters verfolgt die Genossenschaft bereits jetzt einen professionellen Ansatz. Das zeigt sich an der hauptamtlichen Ausübung der Vorstandstätigkeit durch die beiden Vorstände, auch wenn es nebenberufliche Tätigkeiten sind. In der Zukunft soll zumindest eine Stelle hauptamtlich ausgeübt werden. Insbesondere Buchhaltung und Beratung erfordern einen hohen zeitlichen Einsatz. Damit verfolgt die EFO-FFM einen professionellen Ansatz innerhalb der Szene der Energiegenossenschaften in Deutschland. 

Die aktuell 15 E-Autos der EFO-FFM können an 12 Standorten im Frankfurter Stadtgebiet ausgeliehen werden. Dabei werden den Nutzerinnen und Nutzern durch die Genossenschaft zwei verschiedene Tarife angeboten, den vergünstigten Mitgliedertarif und den etwas höheren  Nichtmitgliedertarif. Einmalig fällt eine Registrierungsgebühr an, Mitglieder zahlen 30 Euro und Nichtmitglieder 40 Euro. Die anschließenden Tarife bestehen aus zwei verschiedenen Flat-Tarifen für Mitglieder und einem offenen Tarif für Nichtmitglieder. So können unterschiedliche Nutzungsbedürfnisse und Preisgrößen abgedeckt werden.

Hürden und Risiken

Die Genossenschaftseinlage mit 500 Euro hat sich für den Anfang als etwas hoch herausgestellt. Für die Zukunft plant die EFO-FFM eine Reduzierung, um die Eintrittshürde so niedrig wie möglich zu gestalten. Zudem steht der elektrifizierte Autoverkehr in Deutschland immer noch recht Anfang, wird sich jedoch im Zuge der stetigen Etablierung in baldiger Zukunft schnell entwickeln. Ein unternehmerisches Risiko besteht in der Auswahl der Standorte, da die Frequentierung durch die Mitglieder sowie Nichtmitgliedern anfangs noch schwer abschätzbar ist. So müssen erst Erfahrungen hinsichtlich des Nutzerverhaltens gesammelt werden.

Erfolgsfaktoren

Aus einem Förderprojekt des Bundesverkehrsministeriums hervorgegangen zu sein, war sicherlich ein Vorteil für die Genossenschaft. Trotzdem weist das Konzept eine gute Übertragbarkeit auf, da von Anfang an Kooperationspartner und investierende Mitglieder mit ins Boot geholt wurden. Mit dem Vorstand Jens Weber war und ist eine Person tätig, die viel Knowhow bezüglich der Art der Angebote, der E-Autos, der kommunalen Beschaffenheit sowie des Wissens über die jeweiligen Liegenschaften mitbringt. Die ideale Ergänzung hierzu bildet sein Vorstandskollege Yavuz Tezcan, der als Finanzvorstand fungiert.

Die überaus enge, vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit zweier Menschen, welche ihre unterschiedlichen Kompetenzen zusammenbringen, ist für die beiden Vorstände das wichtigste Geheimnis eines erfolgreichen Unternehmensaufbaus. Daneben sind für eine erfolgreiche Entwicklung dieses Carsharing-Konzepts Investoren mit einer multiplikativen Wirkung von Bedeutung, da an sie der Nutzerkreis angeschlossen ist.

Zur Genossenschaft

Die E-Mobilitätsgenossenschaft Frankfurt besteht aus 10 Mitgliedern mit vier investierenden Mitgliedern (Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierungs mbH, Frankfurter Verein, Wohnbaugenossenschaft in Frankfurt am Main eG).

Die E-Fahrzeug-Flotte

15 Autos mit den Modellen Renault Zoe, E-Smart, Renault Twizzy, Renault Kangoo &, Renault Kangoo Maxi stehen an 12 Standorte über das gesamte Frankfurter Stadtgebiet verteilt, von Westen bis nach Osten.

Material

Faltblatt E-Mobilität

Ansprechpartner für Fragen
Vorstand Jens Weber
EMO-FFM eG E-Mobilitätsgenossenschaft Frankfurt
Car- Sharing (E-Mobilität)
Höhenstr. 23
60385 Frankfurt
Tel.: 0178 5221531
E-Mail: Jens.weber@nospamemo-ffm.de
www.emo-ffm.de

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