SolarInvest Main-Taunus eG: Beleuchtungs-Mietvertrag

Foto: SolarInvest Main-Taunus eG

Stichworte: Beleuchtung-Finanzierungsmodell , Energieeffizienz, Energieeinsparcontracting, LED

Die SolarInvest Main-Taunus eG erschließt mit der Projektierung, Umsetzung und Finanzierung von LED-Umrüstungen ein neues Geschäftsfeld.

Die LED-Technik ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass es ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist, die bisherige herkömmliche Beleuchtung umzurüsten. Vor allem dort, wo die Beleuchtung über viele Stunden am Tag bzw. in der Nacht in Gebrauch ist. Interessant ist das für Bürogebäude, Verkaufsräume, kommunale Räume wie z.B. Rathäuser, Stadthallen, Kindergärten, Schulen, aber auch für Fabrikgebäude, Sportcenter, Restaurants, Vereine, Parkhäuser und für den Einzelhandel generell.

Geschäfte, Firmen, Vereine, Gastronomie oder Kommunen haben oftmals nicht das Budget für eine kurzfristige Umrüstung. Die SolarInvest wird deshalb hier aktiv. Sie bietet diesen Zielgruppen deshalb an, die Umrüstung zu planen, zu finanzieren und durchzuführen. Über einen Mietvertrag erhält die SolarInvest eine monatliche Mietzahlung, die niedriger ist als die erzielten Stromkosten-Einsparungen, die bei 40 bis 80 Prozent liegen. Für die Kunden lohnt sich die Umrüstung finanziell von Anfang an. Abhängig von der Gesamtinvestition kann die Laufzeit bei 3 bis 5 Jahren liegen. Nach Vertragsende geht die Beleuchtung auf Wunsch in den Besitz des Vertragspartners über, die Garantie der meisten Leuchtmittel beträgt 5 Jahre.

Das bietet die Genossenschaft konkret an Nutzen:

  • kostenfreie Beratung über die richtige Wahl der Leuchtmittel für Ihre Anforderungen,
  • alternativ ein Licht-Audit für die komplette Neu-Planung der Gebäude, ggf. gegen eine moderate  Aufwandspauschale, 
  • Stromkosten werden um 40 -80 Prozent gesenkt,
  • bessere Lichtqualität durch die richtige LED-Technik, die das komplette Licht-Spektrum wiedergibt, anders als herkömmliche Leuchtstoffröhren,
  • weniger Wartungs- / Austauscharbeiten aufgrund der Langlebigkeit, was zu einer weiteren Kostenersparnis führt,
  • regionaler Beitrag zur Energiewende,
  • umweltbewusster Umgang mit Energie,
  • Vorbildfunktion für ähnliche Gebäude bzw. Gebäudeeigentümer und Verbraucher.

Die SolarInvest kooperiert mit zwei Unternehmen aus der Region: Cleen Energy Deutschland AG aus Bad Homburg und Eoluxx GmbH aus Kronberg. Cleen energy Deutschland AG bietet der Energiegenossenschaft gute Preise für LED-Beleuchtung, analysiert die Lichtsituation vor Ort, erstellt ein Angebot inkl. Effizienz-Rechnung und kümmert sich bei Bedarf auch um den Umbau. Hier geht es um das so genannte Retro-Fit, also um den Austausch der alten Leuchtmittel gegen LED-Leuchtmittel. Monitoring ist auf Wunsch ebenfalls möglich.

Die Firma eoluxx führt ein Licht-Audit durch, holt Angebote ein und koordiniert die Arbeiten bei größeren Projekten. Eoluxx bietet ebenfalls ein Monitoring an. Die Firma analysiert genau die Stromverbraucher vor der Umstellung und die Einsparung danach. So kann der Kunde  den Stromverbrauch noch effizienter machen, da alle Stromverbraucher analysiert werden, nicht nur die Beleuchtung Außerdem bietet eoluxx einen zertifizierten Einsparnachweis nach IPMVP (dena) an, was gerade für Kommunen von starkem Interesse ist. Im Gegensatz zu Retro-Fit findet in jeder Lampe eine Umverdrahtung statt, wodurch der Stromverbrauch der Vorschaltgeräte noch ausgeschaltet wird. Die Zulassung der Leuchte erfolgt durch erneute Zertifizierung an. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht.

Bisher hat die SolarInvest bei einem Tennisverein, einem Wohnstift  und im gesamten Parkhaus im Chinoncenter in Hofheim die Beleuchtung auf LED umgerüstet. Im Parkhaus hatten die üblichen Leuchtstoffröhren 58 Watt bzw. 38 Watt pro Stunde verbraucht. Die LED-Beleuchtung kommt mit 24 Watt bzw. 20 Watt aus, bei gleicher Helligkeit. Die Investition lohnt sich für den Betreiber des Parkhauses, die Hallen und Parkhaus GmbH (HuP) in kurzer Zeit, die Lichtqualität hat sich verbessert und es fallen so gut wie keine Wartungsarbeiten mehr an.

Die 33.000 Euro Investitionssumme bekam die Genossenschaft über Nachrangdarlehen ihrer Mitglieder. Mit dieser Summe finanzierte die Genossenschaft die Kosten für Material, den Umbau, die Abnahme durch Sachverständige sowie einen Teil des eingeführten Monitoring Systems. Mit dem Monitoring können die Verbrauchsdaten in Echtzeit ermittelt werden und in einer Vorher-Nachher-Analyse weitere Einsparpotentiale identifiziert werden. Beim Parkhaus wurde festgestellt, dass die Belüftungsanlage nachts öfters anspringt als vorgeschrieben, obwohl das Parkhaus geschlossen war.

Das Potential für Umrüstung auf LED-Beleuchtung ist riesig. Die Einsparung lässt sich im Vorfeld sehr genau darstellen und schafft hohe Transparenz zu Nutzen / Investition. Gerade für Vereine, die meist keine großen Finanzreserven haben, kann dieses Angebot von hohem Interesse sein. Kommunen schöpfen eher aus dem eigenen Topf, abhängig von der Investitionssumme.

Die SolarInvest Main-Taunus eG hat weitere Projekte in der Planung. Aktuell sind es eine Musikschule, eine Sporthalle und ein Rathaus. Sollte die Finanzierung nicht über die eG laufen, hat sie zumindest zur Energieeffizienz beigetragen. Außerdem hat die Energiegenossenschaft Kontakt mit der örtlichen Industrie- und Handelskammer aufgenommen und will über Flyer und einer Veranstaltung Betriebe für die Umrüstung gewinnen.

Wer mit offenen Augen durch Gebäude läuft kann schnell erkennen, wo es Potential gibt.  Es geht nicht um fünf Glühbirnen oder Strahler, die ausgetauscht werden könnten. Für solch kleinere Projekte ist der Aufwand/die Abwicklung nicht rentabel.  Ab einer Investitionssumme von 3.000 Euro allerdings macht es Sinn, da sich ggf. Zusatzgeschäfte mit Stromlieferung ergeben. Bisher konnte die Energiegenossenschaft diese Kopplungsgeschäfte nicht realisieren, aber es ist jedes Mal ein Thema.

Hürden und Risiken

Mietvertrag statt Mietkauf: Wichtig ist es, einen Vertrag zu nutzen, der rechtlich geprüft wurde. Bei der von der SolarInvest genutzten vertraglichen Konstruktion handelt sich um einen Mietvertrag und nicht um Mietkauf. Letzteres wäre auch denkbar, doch ist damit die Kaufabsicht verbunden. In diesem Fall der muss der Kunde die komplette Umsatzsteuer im Vorfeld abführen und das wirtschaftliche Eigentum geht sofort auf den Käufer über. Das macht eine Aktivierung im Anlagevermögen notwendig. Beim Mietvertrag hat der Kunde die Option, die Beleuchtung zu übernehmen oder zurückzugeben. Die Umsatzsteuer fällt verteilt auf die ganze Mietlaufzeit an und die Aktivierung im Anlagevermögen entfällt. Die Energiegenossenschaft hat während der Vertragszeit die LED-Leuchten vollständig abgeschrieben.

Eine Hürde besteht darin, dass oft ein Mieter und nicht der Gebäudeeigentümer der Stromverbraucher ist. Dieser kann sich meist den Stromlieferanten selbst aussuchen, bzw. rechnet direkt mit dem Stromlieferanten ab. Investiert also der Gebäudeeigentümer, hat er meist finanziell nichts davon. Investiert der Mieter, hat sich die Investition zwar in wenigen Jahren gerechnet. Voraussetzung ist, dass er weiß, dass er dort noch Mieter ist. Ggf. besteht die Möglichkeit, den Mietvertrag für die Leuchtmittel auf den nächsten Mieter zu übertragen. Für die Energiegenossenschaft ist es wichtig, eine Sicherung der Investition zu haben. Bei Kommunen mag das nicht so entscheidend sein wie z.B. im Restaurant oder Einzelhandel, wo sich ggf. schnell mal Veränderungen ergeben können.

Erfolgsfaktoren

  •  Die Partner profitieren vom ersten Tag an von den  niedrigeren Stromkosten.
  •  Es ist kein Eigenkapital des Kunden für die Umrüstung erforderlich ist.  
  • Es ist ein win-win-win-Geschäft für alle Beteiligten: der Kunde, die Energiegenossenschaft und damit die Mitglieder sowie die Umwelt profitieren.

Material

Das Geschäftsfeld LED-Beleuchtung auf der Website der SolarInvest

Ansprechpartner für Fragen
SolarInvest Main-Taunus eG
Alexander Wenzel
Katzenlückstraße 29, 65719 Hofheim am Taunus
Tel.: 0172 6508849
E-Mail: info@nospamsolarinvest-main-taunus.de
www.solarinvest-main-taunus.de

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