02. Dezember 2014

UniBremenSOLAR eG liefert Solarstrom für Universität

700 kWp hat die UniBremenSOLAR eG seit 2011 auf Universitätsdächern installiert. Den Solarstrom von zwei neuen Dächern verbraucht nun die Universität.

Seit Anfang 2014 haben Vorstand und Aufsichtsrat der UniBremenSOLAR eG über neue Photovoltaikanlagen diskutiert. Zwei Dächer waren schnell ausgesucht und auf ihre Tauglichkeit geprüft. Schwieriger einzuschätzen war die kontroverse Diskussion in Politik und der Öffentlichkeit über das neue EEG und die Unsicherheit, wie sich die Anlagen wirtschaftlich betreiben lassen. Trotzdem forcierte der Vorstand eine vertragliche Regelung zur Stromabgabe mit den Verantwortlichen an der Universität. Klar war, dass die Universität kein direkter, eigenverantwortlicher Solaranlagenbetreiber sein wollte. Von Vorteil war, dass die Universität Bremen ihre Liegenschaften eigenständig verwaltet. Sie ist nicht, wie es in der Regel in großen Bundesländern üblich ist, von den Bauverwaltungen in den Landesministerien abhängig. So konnte die Genossenschaft eine Stromliefervereinbarung direkt mit der Universität abschließen, die sich wirtschaftlich rechnet.

Modell PV mieten

Bei den neuen PV-Anlagen ist die Genossenschaft Anlagen-Eigentümerin und die erzeugte Energie wird vor Ort durch die Universität verbraucht. Dazu hat die Genossenschaft das Vertragsmuster der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie genutzt und zusätzlich durch einen unabhängigen Rechtsanwalt prüfen lassen. Der Vertrag legt fest, dass die mittels der PV-Anlage erzeugte elektrische Energie an die Universität abgegeben wird und besteht aus zwei Teilen: 

  • Die Universität Bremen mietet die PV-Anlagen von der UniBremenSOLAR eG
  • Die UniBremenSOLAR eG übernimmt für die Universität mittels Service- und Betriebsvereinbarung die Betriebsführung und sorgt für Strom aus der Anlage.

Die Vereinbarung über die Stromabgabe ist seit Juni 2014 von Universität und Genossenschaft unterzeichnet. Seit Ende Juli sind die zwei weiteren Solaranlagen auf zwei Dächern (GW1 – 221 kWp und UFT 67 kWp) fertiggestellt.

Eine Genossenschaft von und für Mitarbeiter/innen

Die Idee zur Gründung einer Energie-Genossenschaft an der Universität Bremen wurde im Umweltausschuss geboren, dem zentralen Gremium zum Umweltmanagementsystem der Universität. Vorrangiges Ziel des Umweltmanagementsystems an der Universität Bremen sind die Ressourcenschonung und der effiziente Einsatz von Energie – und damit auch die Reduzierung der CO2-Emissionen zum Schutz des Klimas. Dieses Ziel propagiert die Universität Bremen in ihren Leitzielen unter „Umweltgerechtes Handeln“.

Mit einer Solargenossenschaft an der Universität durch und für Mitarbeiter/innen der Universität Bremen sollten die vorhandenen Potentiale zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht erschlossen werden und der produzierte Solarstrom in die Energieversorgung der Universität integriert werden. Gleichzeitig kann, so die Idee, die Genossenschaft eine erhöhte Identifikation von Mitarbeitern mit der Universität bewirken.

Beeindruckend dynamisch

Eine Projektgruppe aus dem Umweltausschuss prüfte die technische und wirtschaftliche Machbarkeit und setzte die notwendigen weiteren Schritte zur Gründung einer Genossenschaft in Gang. Der Personalrat war in die Projektarbeit eingebunden.

Universitätsangehörige, Mitarbeiter/innen, Professor/innen und Studierende: Aus allen Bereichen der Universität ging eine beeindruckende Dynamik aus. In kurzer Zeit bildeten sich unterschiedliche Arbeitsgruppen, die den Vorstand unterstützten. Fachleute aus der Energiezentrale und der Regelungstechnik übernahmen die Auswahl der Module, Kollegen und Kolleginnen übernahmen die Kalkulation der Wirtschaftlichkeit, Experten aus dem Technischen Betrieb und  Bauangelegenheiten trafen eine Auswahl der Dächer und bereiteten den Kontakt zum regionalen Stromanbieter vor. Der Pachtvertrag mit der Universitätsleitung zu den ausgewählten Dächern musste entworfen und abgestimmt werden. Eine weitere Gruppe traf eine Auswahl der notwendigen Versicherungen, eine andere führte die Verhandlungen mit der ortsansässigen Sparkasse.

Bis Mitte 2014 befanden sich auf den Dächern Solaranlagen mit einer Leistung von 440 kWp und einer Investition von 900.000 €.

Eine große Portion Idealismus

Die Genossenschaft hat mit der Finanzierung und dem Modell PV-Mieten Neuland betreten. Die Praxis wird zeigen, wie tragfähig die Vereinbarung umgesetzt werden kann. Die neu gebauten PV-Anlagen sollen hauptsächlich über Nachrangdarlehen finanziert werden. Der Aufwand für die komplexe vertragliche Lösung und das andere Finanzierungsmodell bringt die Beteiligten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Dazu gehört eine große Portion Idealismus.

Durch das Mietmodell mit der UniBremenSOLAR eG kommt die Universität auf geringfügig geringere Stromkosten. Wichtiger ist der Imagegewinn. Die Solargenossenschaft und die PV-Anlagen sind praktische Beispiele für umweltgerechtes Handeln.  Für die Genossenschaft ist jedes Projekt ein weiterer, kleiner Schritt zu einer Energiewende ohne Atom- und Kohlestrom.

Text: Doris Sövegjarto-Wigbers
Vorsitzende des Vorstands UniBremenSOLAR eG
www.uni-bremen.de/unibremensolar/

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