28. Dezember 2016

BBEn-Aktion: Hol den Bürgerenergiepolitiker

Das Bündnis Bürgerenergie hat kurz vor Weihnachten in Heidelberg die Aktion „Hol den Bürgerenergiepolitiker“ gestartet. Die Heidelberger Energiegenossenschaft hat den Heidelberger SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Bindung zum Gespräch über die Hindernisse bei der Energiewende eingeladen.

Foto: Rainer Lange / Bündnis Bürgerenergie

Mit der Aktion „Hol den Bürgerenergiepolitiker“ will das Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) im Bundestagswahljahr Politiker/innen den vielfältigen Nutzen der Bürgerenergie konkret veranschaulichen. Der Austausch mit den Abgeordneten in ihrem Wahlkreis mit lokalen Akteuren habe nach Erfahrung des BBEn mehr Wirkung als z.B. Online-Aufrufe.

Aufruf an Bürgerenergie-Akteure

Das Bündnis Bürgerenergie ruft alle Bürgerenergie-Akteure dazu auf, im Jahr der Bundestagswahl ihre Bundestagsabgeordneten einzuladen. „Tauschen Sie sich vor Ort mit den Bundespolitiker/innen aus und zeigen Ihnen, wie Ihr Beitrag zur Energiewende aussieht“, schreibt das BBEn auf der Website. Das Bündnis bietet eine To-Do-Liste mit wichtigen Hinweisen und Tipps.

Energiewende in die Stadt bringen

In Heidelberg sprachen die Vorstände der Heidelberger Energiegenossenschaft zwei Stunden mit dem Heidelberger SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding über Klimaschutzziele, Dekarbonisierung und dezentrale Energieversorgung. Ein Schwerpunkt waren der Mieterstrom und was Bürgerenergie braucht, um die Energiewende weiter voranzubringen.

Mieterstrom sei ein wichtiger Baustein, um die Energiewende in die Städte zu bekommen, sagte Nico Ferchl, Vorstand der Heidelberger Energiegenossenschaft. In Städten seien selten Besitzer und Nutzer die gleiche Person. Eigenverbrauch funktioniere nicht. „Deshalb brauchen wir Mieterstrom. Mit sektorenübergreifenden integrierten Lösungen lassen sich ganze Quartiere mit Photovoltaik, Speichern, E-Ladesäulen und Wärmepumpen versorgen“, so Ferchl weiter. Doch um dezentrale und vernetzte Systeme aufzubauen, brauche es einen Plan und politische Steuerung. „Doch die geht gerade in Richtung Zentralisierung.“ Drei Bundesländer hätten mittlerweile Förderprogramme von Mieterstrom aufgelegt, das Bundeswirtschaftsministerium habe noch nicht einmal den Entwurf der Verordnungsermächtigung zum Mieterstrom vorgelegt. Aus seiner Sicht sei dezentral klüger, stimmte Lothar Binding zu. Doch die großen Energiekonzerne hätten noch eine große Lobby. „Mieterstrom ist ein geborenes SPD-Thema“, warf Daniel Bannasch von Metropolsolar Rhein-Neckar ein. Die SPD solle sich auch im Bund dafür stark machen, dass Mieterstrom flächendeckend umgesetzt wird. Bisher seien wenige Pilotprojekte realisiert worden, erläutert Nicolai Ferchl. Mieterstromprojekte seien technisch komplexer und aufwändiger und deshalb teurer. Um sie breit auf den Weg zu bringen, brauchten sie eine Förderung.

Zum Bericht über das Gespräch auf der Website des Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn).

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