13. April 2015

Solarwärme im Netz

„Große Sonnenkollektoranlagen werden attraktiv“, schreibt die Zeitschrift Energiekommune in ihrer neusten Ausgabe. In Mengsberg will die neu gegründete Bioenergiegenossenschaft ihr Wärmenetz im Sommer mit Sonne betreiben.

Foto: www.solarcomplex.de

Eine Heizzentrale mit zwei Heizkesseln, 9,5 Kilometer Wärmeleitungen und ein Solarkollektorfeld von etwa einem Hektar Größe. Das ist der Plan, mit dem die Gemeinde Mengsberg in Oberhessen ein bundesweit einmaliges Nahwärmeprojekt realisieren will. Die Idee: Mit den Sonnenkollektoren kann das Wärmenetz im Sommer komplett auf Solarbetrieb umgestellt werden. Die Heizkessel, die im Winter den Ort mit Nahwärme versorgen sollen, laufen im Teilbetrieb außerhalb der Heizperiode nicht effektiv. Falls es in den Sommermonaten regnet, sollen zwei Pufferspeicher von 300 bis 400 Kubikmetern einspringen. Die könnten eine Regenwoche überbrücken. Auf das Jahr gerechnet sollen die Sonnenkollektoren 18 Prozent des gesamten Wärmebedarfs liefern. Laut Energiekommune gilt ein solarer Deckungsanteil von 15 bis 20 Prozent derzeit als besonders wirtschaftlich.

Bioenergiegenossenschaft Mengsberg

In Mengsberg haben sich schon bei der Gründungsversammlung der Bionergiegenossenschaft am 23. November 2014 106 Hauseigentümer für die Genossenschaft angemeldet. Um das Projekt wirtschaftlich zu betreiben, sind die Zusagen von mindestens 150 der 261 Mengsberger Haushalte nötig. Zum ersten April wurde die Bioenergiegenossenschaft Mengsberg BEGM eG ins Genossenschaftsregister eingetragen. Kurz vorher hatte die Genossenschaft 154 Mitglieder, die sich jeweils mit einer Einlage von 4000,- Euro beteiligen.

Ende des Jahres soll in Mensberg Baubeginn sein

Pionierdorf Büsingen

Das erste solargestützte Nahwärmenetz steht in Büsingen am Oberrhein. Dort hat die Solarcomplex AG als Betreiberin eine Holzheizzentrale mit über 1.000 m² hocheffizienten Vakuumröhrenkollektoren kombiniert – und dafür den Georg-Salvamoser-Preis erhalten. Das Unternehmen betreibt mittlerweile 12 Nahwärmenetze. Mit dem Ergebnis der ersten vollständigen Heizsaison ist man zufrieden: Die Sonne lieferte 12,7 Prozent der 4250 MWh, die von der Heizzentrale ins Wärmenetz eingespeist wurden.

Hintergrund
Seit dem 1. April gibt es höhere Förderungen für solar unterstützte Wärmenetze. Denn nun kann im Programm „Erneuerbare Energien Premium“ der bundeseigenen KfW-Bank ein ertragsorientierter Zuschuss nach zertifiziertem Kollektorertrag gewählt werden. Bisher gab es die prozentuale Förderung von 40 Prozent der Investitionskosten. „Damit fahren Betreiber von Groß-Kollektorfeldern deutlich besser“, so die Einschätzung der Energiekommune.

Mehr zum Thema „Sonne im Wärmenetz“ finden  Sie im Hintergrundartikel in der Energiekommune 4/2015. www.energiekommune.info

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