16. Januar 2016

In Sachsen weht Bürgerwind

Energiegenossenschaft Neue Energien Ostsachsen aus Dresden nimmt das erste genossenschaftliche Bürgerwindrad in Sachsen in Betrieb.

Foto: egNEOS

„Eigentlich hatten wir gar nicht so richtig Lust bei schlechtem Wetter im Dezember auf eine Feier“, meint Susanne Koschker, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Neue Energien Ostsachen (egNEOS) aus Dresden. Doch dann hätten sich die Teilnahmezusagen gehäuft, größere Tageszeitungen, Fernsehen und Hörfunk wollten Interviews. Schließlich war der Anlass ein Besonderer. Das Windrad in Streumen ist das erste genossenschaftliche Bürgerwindrad in Sachsen.

Schließlich kamen über 50 Personen bei Regen und eisigem Wind am 11.12. 2015 nach Streumen zur Inbetriebnahme des Bürgerwindrades. Die Enercon E101 Windenergieanlage mit einer Leistung von 3 MW ist ein Repowering-Projekt in einem seit 1999 bestehenden Windpark. Mit der Anlage will die Genossenschaft sechs bis sieben Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen.

„Wir wollen die Bürger vor Ort mit ins Boot holen, am Gewinn beteiligen und Vor- und Nachteile diskutieren. So hoffen wir, dass die Akzeptanz für Windenergie in Sachsen steigt“, sagt Vorstandsfrau Susanne Koschker. Von den 108 Mitgliedern kommen derzeit erst etwa zehn aus Wülknitz und den Nachbargemeinden, so Vorstand Jan Stoye. Doch das Interesse vor Ort sei groß. Die letzten 15 Jahre hätten die Anwohner neben dem Windpark gelebt, ohne einen Bezug dazu zu entwickeln. Das soll mit dem Bürgerwindrad anders werden. Die Genossenschaft hat sich am Dorffest beteiligt, plant im April 2016 ein Windradfest. „Anders als manch andere Eigentümer sehen wir das Windrad nicht als Steuersparmodell. Wir wollen die Anlage behalten und betreiben, um sauberen Strom zu erzeugen“, so Jan Stoye weiter. Außerdem werde die Gemeinde Wülknitz von der Gewerbesteuer aus den Winderträgen profitieren.

Die Hälfte der Windradkosten in Höhe von fünf Millionen Euro soll aus Bürgerbeteiligungen kommen. Derzeit sind es 350.000 Euro. Doch ist die Genossenschaft optimistisch, bis Ende 2016 über neue Mitglieder die 2,5 Millionen Euro zusammenzubekommen. Mit mindestens 500 EURO können sich Mitglieder am Windrad beteiligen.

Die Genossenschaft hatte schon länger einen Standort für ein Windkraftprojekt gesucht. Doch in Sachsen werden kaum neue Windgebiete ausgewiesen. Deshalb ergriffen die Genossen die Chance, sich an dem Repowering-Projekt zu beteiligen.

Kontakt: www.egneos.de  

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