05. Juli 2011

Ein halbes Megawatt Sonne in Bürgerhand

Das jüngste Projekt der Solar-Bürger-Genossenschaft kann sich sehen lassen: Eine Solaranlage mit 525 kWp auf einem Industriedach des Landauer Familienunternehmens Gummi Mayer.

Mit einer Leistung von 525 kWp wird die Anlage so viel Strom erzeugen, wie etwa 100 Familien durchschnittlich verbrauchen. Außerdem wird sie pro Jahr im Vergleich mit dem herkömmlichen Strommix etwa 300 t CO2-Emissionen einsparen. „Damit wird ein weiterer Teil des fossilen Strommixes verdrängt, Emissionen vermieden und Ressourcen geschont“, heißt es in der Pressemitteilung der Solar-Bürger.

Die Solar-Bürger-Genossenschaft eG mietet das Dach auf einem Industriegebäude des Familienunternehmens GM Projektverwaltung GmbH & Co.KG („Gummi Mayer“) an und übernimmt Bau und Betrieb der Solarstrom-Anlage Justus1.

Die Solarbürger werben gerade das erforderliche Eigenkapital von 250.000 Euro ein, dann wird mit dem Bau begonnen. Die Genossenschaft erwartet eine Rendite zwischen 4,5 und 6% über die 20 Jahre der Anlagenlaufzeit. Finanziert wird die Anlage zu 80 Prozent über Bankdarlehen (Laufzeit 16 Jahre) und zu 20 Prozent über Eigenkapital, d.h. Geschäftsanteile und Nachrangdarlehen der Genossenschaftsmitglieder.

Für das Zustandekommen des Projektes war das persönliche Engagement des Unternehmers entscheidend. Die Klimarelevanz , also die CO2-Einsparung, spielte eine wichtige Rolle. „Das Argument kann bei Unternehmen auch eine geldwerte Relevanz haben, denn sie sparen Emissionsrechte ein, wenn sie den Strom selbst verbrauchen“, sagt Kaj Mertens-Stickel, Vorstand der Solar-Bürger. „Daher sollte man den Umfang der CO2- Einsparung immer als Argument in der Tasche haben.“

Besonderen Wert hat die Genossenschaft bei der Angebotsvergabe auf hochwertige Komponenten und die Sorgfalt der Auslegung gelegt. Das heißt: Höchste Ansprüche an eine energie- und materialsparende Produktion bei Modulen und Wechselrichtern bei sehr guter Leistungsfähigkeit im Betrieb. Die Module des norwegischen Unternehmens REC ( TOP 3 in der Fachzeitschrift Photon) werden in einem sehr energieeffizienten Verfahren hergestellt. Für die Wechselrichter sind SMA Sunny Tripower vorgesehen (“Spitzengerät” mit der Gesamtnote “sehr gut plus” im Wechselrichter-Test der Fachzeitschrift Photon).

Positive Erfahrungen machten die Solarbürger bei der Kooperation mit dem regionalen Netzbetreiber ESW. Die Netzanschlussfragen konnten sehr unkompliziert geklärt werden.

Justus1 kam über persönliche Kontakte zum Unternehmen auf den Weg. Diese Erfahrung haben die Solar-Bürger auch bei früheren Projekten gemacht. Persönliche Kontakte – direkt oder über Personen aus dem Netzwerk – sind der Erfolgsweg. Sonst ist die Dachakquise sehr aufwändig und wenn die Initiative nicht vom Dacheigentümer selbst kommt, springt er schon bei geringen Schwierigkeiten ab. Gute Netzwerke sind also wichtig.

Die gleiche Erfahrung machen die Solarbürger bei der Einwerbung des Eigenkapitals. „Menschen, mit denen wir im persönlichen Gespräch sind, beteiligen sich gerne. Pressemitteilungen und Rundmails zeigen vergleichsweise wenig Wirkung“, sagt Kaj Mertens-Stickel. „Darum ist es wichtig, überall über seine Projekte zu sprechen und zu jedem Projekt Veranstaltungen zu machen, bei denen Interessierte direkt zeichnen können.“

Das Projekt auf einen Blick


Weitere Informationen
Solar-Bürger-Genossenschaft eG, Emmy-Noether-Str. 2, 79110 Freiburg
Ansprechpartnerin: Kaj Mertens-Stickel
Tel. 0761 407361, info@nospamsolargeno.de, www.solargeno.de

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