16. Juni 2012

Erfolgsgeschichte Energiegenossenschaften

Sie mobilisieren Menschen, Geld und Sachvermögen: Energiegenossenschaften. Bis Ende 2011 ist ihre Zahl auf 600 gestiegen. Bürgerinnen und Bürger sind die Treiber der Energiewende.

Die Zahl der Energiegenossenschaften in Deutschland hat sich innerhalb von drei Jahren auf fast 600 vervierfacht, hat das Kölner Klaus Novy Instituts (KNi) ermittelt. Das Institut hat im Mai die zentralen Ergebnisse des Projektes "Genossenschaftliche Unterstützungsstrukturen für eine sozialräumlich orientierte Energiewirtschaft" vorgestellt. 

Führend sind bislang ländliche Regionen in Bayern mit 151, Baden-Württemberg mit 107 und Niedersachsen mit 102 Energiegenossenschaften. Energiegenossenschaften sind demnach eine Stärke des ländlichen Raums. Je kleiner die Gemeinden und je geringer die Einwohnerdichte, desto größer die Verbreitung von Energiegenossenschaften 

Rund 60 Prozent der Genossenschaften sind lokale Projekte mit dem Ziel, Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren. An der Spitze steht Solarstrom mit etwa 43 Prozent, gefolgt von Bioenergie, Wind- und Wasserkraft mit rund 19 Prozent. Den stärksten Zuwachs auf rund 14 Prozent hat die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), die gemeinsame Produktion von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien. Als neuen Trend sieht das Klaus Novy Institut so genannte "Mehrspartengenossenschaften", also ein Engagement z.B. in Erzeugung wie in den Vertrieb. 

Quelle: Klaus Novy-Institut

Als Gründe für den Erfolg des Genossenschaftsmodells sieht das Institut, dass Genossenschaften sowohl konkrete Anlageoptionen als auch die Möglichkeit zur Mitbestimmung bieten. Sie seien zudem meist offen für Beteiligungen auch mit niedrigen Beträgen. „Energiegenossenschaften bewegen: Sie mobilisieren Menschen, Geld und Sachvermögen“, heißt es in der Präsentation der Ergebnisse.

Insgesamt sei das Wachstum der Erneuerbaren Energien auf das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern zurückzuführen. Mehr als 50 Prozent der installierten Leistung bei den erneuerbaren Energien ist laut Studie in der Hand von Privatpersonen und Landwirten (individuell oder genossenschaftlich organisiert). „Eine Marktdominanz großer Energieversorger ist bei den erneuerbaren Energien auch perspektivisch unwahrscheinlich. Grund sind die diversifizierten und stark dezentral geprägten Eigentümerstrukturen“, heißt es in der Studie weiter.


Präsentation der Projektergebnisse des Klaus-Novy-Institutes

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