01. Juli 2010

Promotoren der Energiewende

Die ersten 25 Projektentwickler/-innen für Energiegenossenschaften haben ihre Weiterbildung abgeschlossen.

Die ersten 25 ausgebildeten Projektentwickler für Energiegenossenschaften

„Mit Energiegenossenschaften können Bürgerinnen und Bürger gemeinsam erneuerbare Energie-Projekte entwickeln und betreiben und so die Energiezukunft in ihrer Region mit gestalten. Das bundesweit einmalige Pilotprojekt zur Qualifizierung von Projektentwicklern für Energiegenossenschaften mobilisiert Verbraucherinnen und Verbraucher für klimafreundliche Energieerzeugung und sorgt so für Innovationen und Beschäftigung in der Region“, sagt die Umweltstaatssekretärin von Rheinland-Pfalz, Jacqueline Kraege. 

 

Die ersten 25 Projektentwickler/-innen für Energiegenossenschaften haben sich nun in einem Pilotprojekt qualifiziert, das unter anderem von der Landeszentrale für Umweltaufklärung und dem Bildungsministerium Rheinland-Pfalz sowie den Evangelischen Kirchen der Pfalz und Hessen Nassau getragen wird. Für die Gründung einer Energiegenossenschaft ist ein schlüssiges wirtschaftliches, technisches, ökologisches und soziales Konzept nötig. Projektentwickler/-innen unterstützen die Genossenschaftsmitglieder dabei. Als Promotoren der Energiewende initiieren sie lokale und regionale Energiegenossenschaften mit und unterstützen sie bei ihrer Gründung.

Energiegenossenschaften auf den Weg bringen
Die fertigen Projektentwickler haben sich in vier Monaten in einer Kombination aus mehrtägigen Seminaren und internetgestütztem Lernen qualifiziert. Das Besondere dabei: Schon während der Weiterbildung haben die Teilnehmer an konkreten Projekten gearbeitet. Einige von ihnen bringen schon jetzt Energiegenossenschaften auf den Weg.

Für Torsten Blank ist die Weiterbildung „zum optimalen Zeitpunkt“ gekommen. Er wurde vor kurzem in den Vorstand der Solar-Bürger-Genossenschaft eG gewählt, die im April 2010 ihren Sitz nach Landau verlegt hat. „Ich fühle mich deutlich sicherer, eine Genossenschaft erfolgreich zu führen und kann Instrumente wie Geschäftsplan und Liquiditätsplanung gut praktisch anwenden.“ In der Südpfalz will die Solar-Bürger-Genossenschaft eG vorrangig Photovoltaikprojekte realisieren. Sie prüft auch die Machbarkeit einer Pilotanlage eines Wasserwirbelkraftwerkes. Mit der innovativen Technologie, die in der Schweiz schon erprobt ist, lässt sich auch bei wenig Gefälle und geringen Wassermengen Strom erzeugen. Eine zweite Projektgruppe der Genossenschaft ist in Freiburg aktiv und akquiriert gerade ein Blockheizkraftwerks-Projekt.

„Wir wollen die kommunalen Dachflächen blau mit Photovoltaikanlagen haben“, sagt Ursula Radwan, zweite Beigeordnete der Stadt Wörth am Rhein. Die Stadt will dieses Ziel über eine Beteiligung an einer Energiegenossenschaft realisieren, so ein Beschluss des Stadtrates. Die Kommune tritt dann als Vermieter der Dächer auf, die Genossenschaft plant und realisiert die Anlagen. Wir sind jetzt konkret auf dem Weg zu "Wörth wird Niedrigenergiestadt", ohne das nötige Wissen zur Planung, dem Bau und der Verwaltung der Anlagen selbst bereit stellen zu müssen“, sagt Ursula Radwan. Die Weiterbildung hat ihr „die Sicherheit gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und neuen Ideen, etwa die Nutzung der Dächer der Wohnbau Wörth – oder dem Traum von Solaranlagen auf dem Werksdach von Daimler in Wörth kommen wir damit näher: Wörth wird blau!

Eine berufliche Perspektive als Projektentwickler plant Udo Wierlemann. Kolleginnen aus der Weiterbildung und er wollen unter dem Namen „Sonnenwirte“ als freiberuflicher Dienstleister Energiegenossenschaften bei der Gründung unterstützen. Ein möglicher Kunde ist schon auf die Sonnenwirte zugekommen, mit fünf anderen sind sie im Gespräch.

In Heidelberg sind seit 2009 Studenten in der Gruppe UniSolar aktiv und planen eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Pädagogischen Hochschule (PH). Andreas Gißler ist einer von ihnen. In der Weiterbildung hat er „besonders von den vielen Leuten mit Erfahrung profitiert, die mich motiviert und unterstützt haben.“ Im Juli wird die Photovoltaikanlage auf dem Dach der PH ans Netz gehen und die Unisolar-Gruppe gründet die Heidelberger Energiegenossenschaft, so die Namensidee.

Initiativ für die Energiewende
„Wir wollten überzeugte, aktive und innovative Promotoren qualifizieren“, sagt  Dr. Burghard Flieger, Studienleiter der Weiterbildung und Vorstand der innova eG.. „Wir sind beeindruckt vom Engagement der Teilnehmer und sehr zufrieden, wie viele konkrete Projekte die Projektentwickler umsetzen.“

Das Interesse an der Weiterbildung ist sehr hoch, Interessenten aus ganz Deutschland bewerben sich. Der zweite Kurs im Herbst 2010 ist bereits ausgebucht. Die Initiatoren planen derzeit einen dritten Kurs im Frühjahr 2011.

 

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