01. September 2014

Ausschreibungen: Bürgerenergie zum Kriterium machen

Bürgerenergie ist gleichwertig neben dem Preis als eigenständiges Zuschlagskriterium zu berücksichtigen, fordert das Bündnis Bürgerenergie.

Bei den geplanten Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen brauchen Bürgerenergie- bzw. kleine und mittlere Unternehmen ein eigenes Ausschreibungskontingent. Darauf pochen das Bündnis Bürgerenergie wie der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV in seinem Positionspapier.

„Wir lehnen Ausschreibungen weiterhin grundsätzlich ab, denn sie führen zu Marktkonzentration, höheren Stromentstehungskosten und höheren Gesamtkosten für das Energiesystem. Und vor allem: Ausschreibungen benachteiligen massiv die Bürgerenergie“, sagt René Mono, Vorstand des Bündnis Bürgerenergie, im Interview. Ausschreibungen trügen Kosten in den Markt, die es ohne sie nicht gäbe, von höheren Finanzierungskosten, höheren Transaktionskosten durch den bürokratischen Aufwand bis hin zu „sunk costs“. Geld, das verloren sein, wenn ein vorgeplantes Projekt nicht den Zuschlag bekommt. „Diese Kosten belastet einseitig Bürgerenergie, die lokal oder regional aktiv ist. Gesellschaften der Bürgerenergie haben keine Möglichkeit, ihre Kosten zu streuen und durch ein großes Portfolio auszugleichen oder Planungskosten von 40.000 bis 80.000 Euro einfach abzuschreiben“, so Mono weiter. Deshalb brauche es die Leitidee im Energiemarkt, dass Bürgerenergie zum geförderten Standard wird. „Bürgerenergie ist gleichwertig neben dem Preis als eigenständiges Zuschlagskriterium zu berücksichtigen.“

Kurzfristig fordert das Bündnis bei den geplanten Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ein eigenes Kontingent für Bürgerenergie. „Für ein Viertel der Kapazität pro Ausschreibungsrunde dürfen nur Bürgerenergiegesellschaften mit Projekten von unter fünf Megawatt bieten.“ Bürgerenergiegesellschaften brauchten zudem einen Risikoschutz. Wer in einer Ausschreibungsrunde keinen Zuschlag erhalte, solle die typischen Projektvorlaufkosten teilweise zurückerstattet bekommen.

DGRV: Kleine und mittlere Unternehmen nicht benachteiligen

Mehr Chancengleichheit bei den geplanten Ausschreibungen für Erneuerbare-Energien-Projekte fordert auch der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV) in seiner Stellungnahme zum geplanten Ausschreibungsdesign für Photovoltaik-Freiflächenanlagen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie „Kleine und mittlere Unternehmen dürfen nicht benachteiligt werden“, kritisiert Vorstandsvorsitzender Dr. Eckhard Ott.

Deshalb schlägt die Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften in einem Positionspapier vor,  dass die Gruppe der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in eigenen Ausschreibungsrunden für eine festgelegte Ausbaumenge bieten können. Außerdem sollen Genossenschaften, die bei der Ausschreibung nicht zum Zuge kommen, die Auslagen pauschalisiert ersetzt bekommen.

Zum vollständigen Interview mit René Mono, Vorstand Bündnis Bürgerenergie.

Die Position des Bündnis Bürgerenergie zu den geplanten Ausschreibungen

Zur Presseinformation des DGRV

Zur Stellungnahme der Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften

 

 

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