27. Juli 2014

Startschuss für Ökostrom von Genossen für Genossen

20 Energiegenossenschaften haben sich in der „Bürgerwerke eG“ zusammengeschlossen. Seit Ende Juni erhalten die ersten Kunden Ökostrom aus Bürgerhand.

Foto: #16920860 – Solar panels © Lichtspieler / istockphoto

„Das neue EEG richtet sich gegen dezentrale Strukturen und Akteure, es behindert die Arbeit der Energiebürger vor Ort. Wir haben genug von der Abhängigkeit von der Politik“, erklärt Peter Müller , Vorstand der Maxwäll-Energie Genossenschaft eG und Gründungsmitglied der Bürgerwerke eG. 17  Genossenschaften wollen sich nun mit dem Einstieg in die Stromvermarktung einen eigenen Absatzmarkt für zukünftige Kraftwerke schaffen. „Damit steigern wir unsere Unabhängigkeit vom EEG“, so Müller.

Stromvermarktung im eigenen Tarif

Jede Energiegenossenschaft in den Bürgerwerken hat einen eigenen Tarif mit individuellem Preis für ihre Region eingerichtet. „Damit können wir uns eine eigene Strommarke aufbauen“, so Felix Denzinger, Vorstand der Teckwerke Bürgerenergie eG und Mitglied der Bürgerwerke. Die Dachgenossenschaft übernimmt den gemeinsamen Energieeinkauf und die Abrechnung der Kunden zu Selbstkosten. „Die Wertschöpfung verbleibt damit bei der Energiegenossenschaft vor Ort.“

Die Maxwäll-Energie Genossenschaft eG hat nach drei Wochen schon 30 Kunden gewonnen. „Ganz einfach“, sagt Peter Müller. „Unser Strom ist echter Ökostrom und keine Mogelpackung. Außerdem sparen unsere Kunden noch 20 bis 50 Euro gegenüber anderen Angeboten.“ Genossenschaftsmitglieder bekommen den Bürgerstrom aus dem Westerwald für 26,20 Ct/kWh bei einem Grundpreis von 7,90 EUR/Monat inkl. aller Steuern und Abgaben. Für Haushaltskunden in der Region liegt die Kilowattstunde mit  26,75 Ct/kWh etwas darüber. Der Strompreis wird für jede Region individuell auf Basis der anfallenden Kosten kalkuliert.

Hochwertiger Ökostrom aus Anlagen in Deutschland

Die Mitglieder der Bürgerwerke betreiben insgesamt über 100 Solar- und Windkraftanlagen in ganz Deutschland. Der Strom der Bürgerwerke stammt ausschließlich aus konkreten Anlagen der Mitglieder und einem deutschen Wasserkraftwerk.

Großes Interesse vor Ort

Damit geht der Wunsch vieler Genossenschaftsmitglieder in Erfüllung: “Als Genossenschaft betreiben wir gemeinsam Anlagen, und jetzt versorgen wir uns gemeinsam mit Strom – so funktioniert Bürgerenergie!“, so Boris Forkel, Stromkunde und Mitglied der HEG Heidelberger Energiegenossenschaft. Damit alle Unterstützer der Bürgerenergie Teil der Energiegemeinschaft sein können, liefern die Bürgerwerke ab 18. Juli auch bundesweit   Bürgerstrom aus erneuerbaren Energien.

Bürgerwerke unterstützen und beraten vielfältig  

„Ein tolles Produkt zu einem tollen Preis“, sagt auch Torsten Schwarz, Vorstand der Bürgerwerke. „Wir wollen es unseren Mitgliedern so einfach wie möglich machen, damit sie die Mitglieder der Genossenschaften vor Ort, aber auch ihre Bekannten, Verwandten, Nachbarn, Freunde und Kollegen ansprechen und als Kunden gewinnen“, so Schwarz weiter. Vorlagen für die Bewerbung der Ökostromtarife stellen die Bürgerwerke. Außerdem tauschen die Mitgliedsgenossenschaften ihre Erfahrungen aus, wie erfolgreich Stromkunden gewonnen werden. So profitieren alle Genossenschaften der Bürgerwerke von den guten Ideen anderer.

„Bürgerinnen und Bürger  nehmen ihre Energieversorgung selbst in die Hand.  Als Teilhaber/innen ihres eigenen Energieversorgers bestimmen sie selbst über Herkunft und Kosten ihrer Energie“, bringt   Torsten Schwarz die gemeinsame Vision auf den Punkt. Deshalb wollen die Bürgerwerke weitere Energiegenossenschaften gewinnen, die in die gemeinsame Stromvermarktung einsteigen. Damit die „Energie in Gemeinschaft“ weiter wächst.

Weitere Informationen zum Konzept, den Mitgliedern und zum Angebot finden sich unter www.buergerwerke.de. Interessierte Energiegenossenschaften wenden sich  direkt an die Bürgerwerke, Stichwort: Mitglied werden. E-Mail: info@nospambuergerwerke.de

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