24. September 2015

Bürgerenergie bringt wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen

Milliarden für die regionale Wirtschaft, Gewinn für das Gemeinwesen. Energie-Projekte in Bürgerhand bringen vielfältigen Nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie.

Quelle: Bündnis Bürgerenergie e.V.

4.000 Windräder, 1,2 Millionen Solaranlagen, zahlreiche Biomasseanlagen: Energie-Projekte in Bürgerhand stärken die lokale Wertschöpfung mit Milliarden-Investitionen. Zu diesem Fazit kommt eine neue Studie des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme (IZES), die das Bündnis Bürgerenergie e.V. und Greenpeace Energy vorgestellt hat.

Die Wissenschaftler haben zehn Nutzeneffekte herausgearbeitet. So konnten Erneuerbare Energien-Projekte in Bürgerhand oder mit Bürgerbeteiligung laut IZES bundesweit bis zu 113.600 Vollzeitarbeitsplätze erhalten oder neu schaffen. Die Wertschöpfung dieser Projekte summierte sich allein im untersuchten Jahr 2012 auf 5,3 Milliarden Euro. Davon profitierten über steigende Steuereinnahmen auch die kommunalen Haushalte. Das eingesetzte Geld bleibe, so die Studie, zu großen Teilen im lokalen Wirtschaftskreislauf. „Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wirkungen der Bürgerenergie sind vor allem für ländliche und strukturschwache Regionen enorm wichtig“, so IZES-Studienleiterin Eva Hauser.


Die Autoren der IZES-Studie haben durch Interviews mit Branchenakteuren und Experten mehrere gesellschaftliche Nutzeneffekte identifiziert. In Bürgerenergie-Projekten beteiligen sich viele Menschen aktiv. Dadurch wächst die gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende, Kapital und Einfluss auf dem Energiemarkt werden breiter gestreut. Die Akteure der Bürgerenergie sorgen zudem für technische Innovationen und können Ökostrom-Anlagen häufig günstiger errichten als große, profitorientierte Marktteilnehmer – etwa wenn die Kosten durch ihre ehrenamtliches Arbeit verringern. Vielerorts werden Projekte sogar ausschließlich durch lokale Akteure verwirklicht, weil große Konzerne die relativ hohen Kosten bei kleinen Anlagen scheuten. In Zukunft dürften die Transaktionskosten sogar noch wichtiger werden, heißt es in der Studie. Denn die Technologien zum Ausgleich von Schwankungen bei Sonnen- und Windenergie seien kleinteilig und regional verankert.

Sorgen bereitet der Bürgerenergie derzeit vor allem die geplante Ausschreibungspflicht für neue EEG-Anlagen. Die lokalen Akteure sind hier im direkten Wettbewerb benachteiligt, weil sie – anders als Großkonzerne – Kosten und Risiken einer Ausschreibung meist nicht auf mehrere Projekte verteilen können. „Die Bürgerenergie braucht deshalb Ausnahmen vom Ausschreibungs-Prinzip“, so Marcel Keiffenheim, Aufsichtsrat beim Bündnis Bürgerenergie und Leiter Politik und Kommunikation bei der Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy. Auch die Autoren der IZES-Studie warnen: Würden Bürger-Projekte aufgrund der neuen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen nicht zustande kommen, so würden ihre vielfältigen positiven Effekte verlorengehen.

Die IZES-Untersuchung „Nutzeneffekte von Bürgerenergie“ ist die erste umfassende Grundlagenstudie zum Thema. Die Studie sowie die kompakte Zusammenfassung „Das bringt Bürgerenergie!“ gibt es als Download auf der Website des Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn).

IZES-Studie „Nutzeneffekte von Bürgerenergie“
Broschüre zu den Studienergebnissen
Faktenblatt zur Studie

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von Greenpeace Energy eG und Bündnis Bürgerenergie e.V. zur neuen Studie "Nutzeneffekte von Bürgerenergie"

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