28. Oktober 2013

Studie: Bürger sind Treiber der Energiewende

Fast die Hälfte der installierten Bio- und Solarenergie und sogar mehr als die Hälfte der installierten Windenergie ist in Bürgerhand, zeigt eine neue Studie. Der Beitrag der Bürger zur Energiewende ist fast viermal so groß wie der Beitrag der Energieversorger.

Berlin, 25. Oktober 2013. Jede zweite Kilowattstunde Ökostrom kommt aus Anlagen, die Bürgern gehören. Dies belegt eine Studie, die das Marktforschungsinstitut trend:research zusammen mit der Leuphana Universität Lüneburg gestern in Berlin vorgestellt hat. „Die sogenannte Energiewende ist bisher stark durch das finanzielle Engagement der Bürgerinnen und Bürger geprägt“, sagte Dirk Briese, Geschäftsführer von trend:research. Dieser Teil des Energiemarktes habe sich von einem „nahezu monopolistischen zu einem polypolistischen Markt entwickelt“

Insgesamt sind 47 Prozent der bis Ende 2012 installierten Leistung aus Erneuerbaren Energien in der Hand der Bürgerinnen und Bürger. Bürgerenergie kommt damit auf einen fast viermal so großen Anteil wie die Energieversorger, die 12 Prozent der Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Energie besitzen. Bürgerenergie ist außerdem der Marktführer bei der Erzeugung von Ökostrom: Über 56.000 Gigawattstunden wurden in Erneuerbare-Energie-Anlagen erzeugt, die Bürgern gehören. Das sind 43 Prozent des produzierten Ökostroms und immerhin über 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Mit gerade einmal 12 Prozent Anteil an den regenerativen Energieanlagen insgesamt tragen die Energieversorgungsunternehmen kaum etwas zur Energiewende bei.

Die Vielfalt der Marktteilnehmer zeige sich in den unterschiedlichen Formen der Bürgerenergie. „Zur Bürgerenergie zählen nicht nur der Hausbesitzer mit Solardach oder der Landwirt mit einer Biogasanlage, sondern auch die Mitglieder einer Energiegenossenschaft, die gemeinschaftlich Anteile an einem Windrad halten. Oder es sind die Bürgerinnen und Bürger, die zusammen mit Unterstützung der örtlichen Sparkasse eine Solaranlage auf einer Schule installieren“, sagte Prof. Dr. Heinrich Degenhart von der Leuphana Universität Lüneburg hervor

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat dazu geführt, dass die Bürger sich an einer zunehmend dezentralen Energieversorgung beteiligen können“, so Thorben Becker, Leiter Energiepolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Vertreter der Initiative „Die Wende – Energie in Bürgerhand“. „Deshalb müssen Veränderungen im bestehenden Gesetz gemeinsam mit der Bürgerenergie und aus der Sicht der Bürgerenergie diskutiert werden. Jede Reform muss sich daran messen lassen, ob weiter eine Energiewende in Bürgerhand möglich bleibt.“ 

Die Studie  „Definition und Marktanalyse von Bürgerenergie in Deutschland“, ist gemeinsam von der Initiative „Die Wende – Energie in Bürgerhand“ und der Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegeben worden. 

Die  Studie zum Download

Zur Pressemitteilung der Initiative

 

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