01. Juni 2015

PROKON: Energiegenossenschaft oder EnBW?

Die PROKON-Gläubigerversammlung entscheidet am 2. Juli über die Zukunft des insolventen Unternehmens. Der Verein „Die Freunde von Prokon e.V.“ spricht sich für Genossenschaftslösung aus: „Die klar bessere Alternative.“

Am 2. Juli haben die Gläubiger von PROKON die Wahl zwischen einem Investoren-Insolvenzplan mit der EnBW oder einem Genossenschafts-Insolvenzplan. Der Verein „Die Freunde von Prokon e.V.“ hat sich in einer Stellungnahme für die Bürgerenergie-Lösung ausgesprochen. „Aus unserer Sicht ist die genossenschaftliche Lösung, die PROKON eG, klar die bessere Alternative“, sowohl im Sinne einer bürgernahen Energiewende als auch im wirtschaftlichen Interesse der PROKON-Gläubiger. „Die sanierte PROKON ist werthaltig und kann in Zukunft profitabel betrieben werden.“ Der mehr als 10.000 Mitglieder zählende Verein vertritt eine der größten Gläubigergruppen des insolventen Windenergieunternehmen.

Das Angebot von EnBW liege mit 550 Millionen Euro deutlich unter dem Wert, der von renommierten Gutachtern für PROKON ermittelt worden sei. Im genossenschaftlichen Insolvenzplan werde der Wert um etwa 103 Millionen Euro höher angesetzt als im Reserveinsolvenzplan mit dem Investor EnBW („Investorenplan“). „Für den einzelnen Genussrechtsinhaber bedeutet dies konkret: Je 10.000 investierten Euro erhält er im Investorenplan 670 Euro weniger als im genossenschaftlichen Insolvenzplan“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Der genossenschaftliche Insolvenzplan sei zudem verbunden mit der Aussicht auf stabile Zinseinnahmen und auf Dividenden in den kommenden Jahren. „Die Freunde von Prokon e.V.“ verweisen zudem auf die Sicherheit der Rechtsform Genossenschaft und die Mitbestimmungsstrukturen.

ENBW-Vorstandschef Frank Mastiaux wandte sich in einem offenen Brief an die rund 100.000 Gläubiger und Inhaber von Genussrechten. Zusammen mit EnBW könne PROKON seine Erfolgsgeschichte als Pionier der Windenergie fortsetzen. EnBW ist in Sachen Energiewende unter Druck. Im letzten Jahr produzierte der Konzern immer noch 43 Prozent des Stroms aus Atomkraftwerken. EnBW  will nach eigenen Angaben den Anteil erneuerbarer Energien an der installierten Anlagenleistung von 19 Prozent (2012) auf mehr als 40 Prozent im Jahr 2020 verdoppeln.

Zur Stellungnahme der „Freunde von Prokon e.V.“

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