29. April 2015

PV-Ausschreibungen: Akteursvielfalt – nein danke

Keine Genossenschaft erhält den Zuschlag bei der Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Nur 25 der 170 Anbieter kommen zum Zuge.

Foto: Netzwerk Energiewende jetzt

25 von 170 Bietern bekommen einen Zuschlag, Energiegenossenschaften sind nicht dabei. Das ist das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde für PV-Freiflächenanlagen, das die Bundesnetzagentur heute bekannt gegeben. Durchschnittlich wurden Gebote mit 6,3 Megawatt und einem Wert von 9,17 Cent / kWh. Der Durchschnittspreis liegt somit über den 9,0 Cent, die derzeit gesetzlich festgelegt sind.  Das Volumen von 150 MW war vierfach überzeichnet.

„Die eingegangenen Gebote deuten auf eine breite Akteursvielfalt hin“, heißt es in der Pressemitteilung der Bundesnetzagentur. „Von wegen Akteursvielfalt: Keine einzige Genossenschaft hat Zuschlag erreicht. Bürgerenergiewende wird aktiv erdrosselt“, twitterte hingegen Hans-Josef Fell. Ein einziges Unternehmen hat laut Bundesnetzagentur allein 40 Prozent des Volumens auf sich vereinigt. Auf der Liste finden sich eine Aktiengesellschaft und sonst „GmbH & Co KG“.

"Über 80 Prozent der Teilnehmer zählen offensichtlich zu den Verlieren, obwohl sie ebenfalls zu sehr günstigen Preisen Solarparks errichtet hätten“, sagte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Berlin. „Ohne spürbare zusätzliche Kosten wäre ein Vielfaches an zusätzlicher Solarleistung möglich und für einen wirksamen Klimaschutz auch nötig.“

„Die hohe Beteiligung spricht dafür, dass die Akteure das neue Instrument annehmen und es keine wesentlichen Hemmnisse im Verfahren gibt“, erklärte Rainer Baake, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium gegenüber der taz. Für Energiegenossenschaften und andere Bürgerenergiegesellschaften scheint es diese Hindernisse sehr wohl zu geben.

Ob die Photovoltaik-Ausschreibung „echten Wettbewerb schafft“, wie die Bundesnetzagentur in ihrer Pressemitteilung titelte, wird von Branchenkennern ebenfalls in Zweifel gezogen. An der ersten Ausschreibung haben sicher viele Projekte teilgenommen, die bereits entwickelt sind.

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