20. Juli 2015

Energiegenossenschaften: Einbruch bei Gründungen

Die Neugründungen von Genossenschaften gehen um 60 Prozent zurück. Genossenschaften steigern Akzeptanz der Energiewende vor Ort.

2014 sind nur 54 Energiegenossenschaften neu gegründet worden, 60 Prozent weniger als im Vorjahr. Das ergab die aktuelle Jahresumfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV). „In den vergangenen Jahren boomte noch die Idee der Bürgerenergie, nun stockt die Entwicklung“, sagte Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV. Die Ursache sieht der DGRV in den verringerten Geschäftsmöglichkeiten nach Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Sommer 2014.

Insgesamt haben Energiegenossenschaften 1,67 Mrd. Euro in Erneuerbare Energien investiert und Kapazitäten mit einer Leistung von 933 Megawatt errichtet. Positiv sieht der DGRV die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen wie Strom-Direktlieferung an Endkunden und die Gründung von Dachgenossenschaften zur Stromvermarktung. Gut entwickelten sich auch Nachwärmegenossenschaften, hier wurden allein in den vergangenen drei Jahren über 60 gegründet. Viele Energiegenossenschaften sehen in der Windenergie ein zukünftiges Geschäftsfeld. Vier Prozent der Genossenschaften betreiben laut Jahresumfrage eigene Windenergieanlagen, 15 Prozent sind an Windprojekten beteiligt. Gut ein Drittel der Energiegenossenschaften plant weitere Investitionen in Windkraft.

Kritik an Ausschreibungen

Der DGRV kritisierte die Einführung von Ausschreibungen. „Das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zeigt, dass eher große Unternehmen zum Zuge kommen. Akteursvielfalt sieht anders aus“, kritisiert Ott. Für das geplante Ausschreibungsverfahren bei Windenergie schlägt der DGRV eine Übertragungsregel für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor: Der Preis aus dem regulären Bieterverfahren soll auch für KMU gelten. Energiegenossenschaften könnten dann ohne die riskante Beteiligung am Ausschreibungsverfahren ihre Projekte umsetzen.

Energiegenossenschaften steigern Akzeptanz der Energiewende vor Ort

Für fast 80 Prozent der befragten Energie-Kommunen leisten Energiegenossenschaften und andere dezentrale Akteure einen großen bis sehr großen Beitrag zur Akzeptanz der Energieprojekte vor Ort. Dies ist das Ergebnis einer zusätzlichen Blitzumfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) unter 31 Energie-Kommunen.

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