22. Mai 2015

Direktvermarktung: Kleinerzeuger in Franken organisieren sich

Die Regionalstrom Franken eG bündelt Kleinerzeuger in der Region. Sie will Strom aus Sonne, Wind und Biogas vermarkten und ein Regionalstromprodukt auf den Weg bringen.

Foto: Nordreisender / photocase.de

Eine Vorreiterin in echter Direktvermarktung will sie werden. Die Regionalstrom Franken eG will Energie von Kleinerzeugern aus fränkischen Sonnen-, Wind-, Wasser- oder Biomassekraftwerken vermarkten. „Die Biogasanlagen gleichen die Schwankungen bei Wind und Sonne aus. In der Kooperation entsteht also ein regionales Kombi-Kraftwerk, das nur in geringem Maße auf Ausgleichsenergie aus anderen Quellen angewiesen ist“, sagt Vorstand Robert Spanheimer.

Seit Februar 2015 ist die Regionalstrom Franken eG ins Genossenschaftsregister eingetragen. Derzeit hat sie 130 Mitglieder: Viele Energiegenossenschaften, Bürgerenergieprojekte als GmbH + Co KG, Landwirte, Betreiber von Biogasanlagen. Bei der Genossenschaft stehen die Anlagenbetreiber im Mittelpunkt. „Kleinerzeuger müssen sich organisieren. Unser Ziel ist, die Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Bürgerenergie zu wahren“, sagt Robert Spanheimer.

Die Genossenschaft, so der Plan, handelt mit verschiedenen Direktvermarktern die besten Konditionen für ihre Mitglieder aus. Eine exklusive Partnerschaft will die Regionalstrom Franken eG nicht eingehen. „Wir sind unabhängig.“

Die einfache Formel: Je mehr Anlagen mitmachen, umso bessere Konditionen kann der genossenschaftliche Direktvermarkter erzielen. Knapp 60 Mitglieder mit Anlagen von über 100 kW Leistung haben ein Angebot zur Direktvermarktung erhalten. Für 2015 stehen damit mindestens 40 GWh Strom aus der Region zur Verfügung.

Geförderte Direktvermarktung

Die Genossenschaftsmitglieder vermarkten ihren Strom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz direkt über den Vermarktungspartner. Die gesetzlich garantierte Marktprämie gleicht dabei den Kostennachteil gegenüber dem durchschnittlichen Börsenstrompreis aus. Der Vermarkter kann deshalb Anlagenbetreiber einen dem jeweiligen Vergütungssatz vergleichbaren Preis zahlen. Gleichzeitig kann er Strom zum marktüblichen Preis an regionale Stadt- und Gemeindewerke liefern.

Derzeit verhandelt die Vermarktungsgenossenschaft mit den regionalen Energieversorgern, der N-ergie AG in Nürnberg und unabhängigen Stadt- und Gemeindewerken. „Unser Ziel ist, dass die Energieversorger die regionalen Anlagen in ihre Beschaffungsstrategie integrieren“, so Robert Spanheimer weiter. Bisher kaufen diese den Strom meist bei konventionellen Kraftwerken. Bis zum Sommer soll ein Regionalstromprodukt für Endkunden auf den Markt kommen.

Problem Graustrom

Allerdings gibt es Hürden. Im Marktprämienmodell läuft die Vermarktung meist über die Börse. Nach EEG 2014 kann Strom aus geförderten Anlagen nur als Graustrom unbekannter Herkunft vertrieben werden. Deshalb kann der Strom aus den regionalen Erneuerbaren-Energien-Anlagen nicht als Ökostrom vertrieben werden. „Deshalb suchen wir mit den regionalen Energieversorgern eine Lösung, wie wir – durch einen Subbilanzkreis – nachweisen können, dass Verbrauch und regionale Erzeugung zeitgleich stattfinden“, sagt Robert Spanheimer. Dass dies eine Krücke ist, weiß er. Doch die Genossen setzen darauf, dass die Bundesregierung  mit der geplanten Grünstromverordnung zukünftig Herkunftsnachweise bei EEG-Strom möglich macht. Dann ließe sich der regionale Ökostrom auch als solcher kennzeichnen – „und unser Modell wäre wirtschaftlich noch attraktiver“.

Kontakt

Regionalstrom Franken eG, Lauterbach 19, 91608 Geslau
info@nospamregionalstrom-franken.dehttp://www.regionalstrom-franken.de

 

 

@ 2014 Netzwerk Energiewende jetzt | Links | Impressum | Datenschutzerklärung | Kontakt
Ev. Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft
Dietmar Freiherr von Blittersdorff (Projektleitung)
Kronstraße 40 | 76829 Landau
Tel.: 06341-9858-16 | Fax: 06341-9858-25
info@energiegenossenschaften-gruenden.de