11. Februar 2016

Energiegenossenschaften: Warum Menschen Mitglieder werden

Umweltschutz, Bürgerbeteiligung und Stärkung regionaler Wirtschaft sind Beitrittsgründe zu Energiegenossenschaften. Rendite ist eher unwichtig, so die EnGeno Mitgliederbefragung von Energiegenossenschaften.

Für Mitglieder von Energiegenossenschaften sind ökologische, ökonomische und soziale Ziele der Energiewende wichtige Beitrittsmotive. Dies ist eines der Ergebnisse der EnGeno Mitgliederbefragung von Energiegenossenschaften. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ in Leipzig hat 2014 und 2015 im Rahmen des Forschungsprojektes EnGeno fast 500 Mitglieder von Energiegenossenschaften und 550 Nichtmitglieder befragt.

Die selbständige lokale Energieproduktion nannten vier von fünf der befragten Mitglieder von Energiegenossenschaften als wichtiges Motiv zum Beitritt, gefolgt vom Umweltschutz (78,2 %) und der Beteiligung an der Bürgerenergie-Wende. Die Stärkung der regionalen Wirtschaft sind für 56,6 Prozent wichtige Motive, Mitglied zu werden.

Wozu können Energiegenossenschaften etwas beitragen? fragten die Wissenschaftler weiter. Einen Beitrag zur selbständigen Energieproduktion leisten erhielt mit 84,3 Prozent (Mitglieder) und 58,1 Prozent (Nichtmitglieder) die höchsten Werte. Die Bürger an der Energiewende beteiligen nannten 62,7 Prozent der Mitglieder und 46,1 Prozent der Nichtmitglieder

Rendite eher unwichtig

Für 28 Prozent der befragten Mitglieder war die Rendite sehr / eher unwichtig als Grund für den Beitritt, für 34 Prozent teilweise wichtig. Mehr als zwei Drittel der Mitglieder schätzt Energiegenossenschaften als rentable Geldanlage ein. Bei den Nichtmitgliedern meinen dies gerade mal 5,2 Prozent.

Mitglieder bewerten Energiegenossenschaften positiv

Vier von fünf der Befragten (ca. 82%) sind mit den Beteiligungsmöglichkeiten in der Genossenschaft zufrieden, 79 Prozent bewerteten die Bereitstellung von Informationen positiv. Die große Mehrheit von rund 88 Prozent der Befragten schätzen die Abläufe in den Energiegenossenschaften als demokratisch ein.

Älter, männlich, mit Abitur und im Umweltschutz aktiv

Der Altersdurchschnitt der befragten Genossenschaftsmitglieder lag mit 59 Jahren deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 46,1 Jahren. Drei von vier waren Männer, 70,3 Prozent haben Hochschulabschluss (Bundesdurchschnitt 14,7 Prozent). Über die Hälfte der Mitglieder von PV/Wind-Genossenschaften sind in einer Umweltschutzorganisation engagiert. Mitglieder von Energiegenossenschaften zeigen laut Umfrage auch mehr Bereitschaft zu umweltschonendem Verhalten wie z.B. dem Kauf von Bio-Lebensmitteln, der Benutzung öffentlicher (Nah)Verkehrsmittel, dem Heizverhalten als Nicht-Mitglieder.

Zukünftige Aktivitätsfelder von Energiegenossenschaften

Die Mehrheit der befragten Mitglieder (54,8%) schätzten Energiebildung und -auf-klärung als sinnvolle Betätigungsfelder ein, gefolgt von Energie-Contracting (52,2 %) und Energieberatung (42,8%). Zwei von drei Mitgliedern zeigten sich zudem bereit, dafür ihre finanzielle Einlage zu erhöhen

Zu ausgewählten Ergebnissen der Befragung

Das Verbundprojekt EnGeno untersucht die Transformationspotenziale von Energiegenossenschaften (EG) in der Energiewirtschaft. Zum Forschungsprojekt EnGeno

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