02. Mai 2017

Energiespeicher: Was geht für Energiegenossenschaften?

Das Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz hat einen Anwenderleitfaden für Energiegenossenschaften zum Einsatz von Energiespeichern vorgelegt. Erstmalig werden potentielle Geschäftsmodelle systematisch dargestellt und bewertet.

Foto: Thomas Jansa / fotolia

Das Energiesystem muss immer flexibler werden, da der Anteil von Strom aus fluktuierenden erneuerbaren Energien ständig wächst. Dabei spielen Strom- und Wärmespeicher sowie die Kopplung von Strom- und Wärmesektor durch Power-to-Heat eine zentrale Rolle. Welche Geschäftsmodelle sich dabei für Energiegenossenschaften eröffnen, hat das Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V. untersuchen lassen.

Lohnen sich Projekte mit Energiespeichern schon? Oder sind Preise, die rechtlichen Hemmnisse und die Komplexität noch zu hoch? Diese Fragen klärt der Anwenderleitfaden „Möglichkeiten für den Einsatz von Energiespeichern bei genossenschaftlichen Energieprojekten.“

„Wir wollen exemplarisch aktuell und zukünftig denkbare Geschäftsmodelle für Bürgerenergiegenossenschaften vorstellen, die Energie- und Wärmespeicher integrieren“, sagt Dr. Verena Ruppert. Geschäftsführerin des Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V. (LaNEG), die Auftraggeberin des Leitfadens. Eine systematische Darstellung von potentiellen Geschäftsmodellen mit Energiespeichern für Genossenschaften ist bisher einmalig in Deutschland. 

Zehn Geschäftsmodelle, die für genossenschaftliche Projekte infrage kommen, werden im Leitfaden hinsichtlich ihrer Komplexität und Wirtschaftlichkeit bewertet. Im Wärmebereich sind das mehrere Geschäftsmodelle mit geringerer Komplexität, etwa Wärmeliefer-Contracting für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe. Die Projekte im Strombereich wie Mieterstrom mit Photovoltaik und Batteriespeicher, sind tendenziell komplexer. Für Energiegenossenschaften heißt das, „Geschäftsmodellen im Strom- und Wärmespeicherbereich frühzeitig Aufmerksamkeit zu widmen, im eigenen Umfeld neue Marktnischen zu entdecken und Kompetenzen im Umgang mit höheren unternehmerischen Risiken zu erwerben“, heißt es im Leitfaden.

In weiteren Kapiteln des Leitfadens werden die unterschiedlichen Wärme- und Stromspeichertechnologien beschrieben und die wesentlichen rechtlichen Aspekte bei genossenschaftlichen Stromspeicherprojekten dargestellt

Gefördert wurde der Anwenderleitfaden durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz. "Speicher werden ein unverzichtbarer Bestandteil der dezentralen Energiewende sein. Bürgerenergie steht für dezentrale Energieversorgung und damit werden Geschäftsmodelle mit Speichern für Energiegenossenschaften zunehmend an Bedeutung gewinnen." sagt Staatssekretär Dr. Thomas Griese.

Erarbeitet wurde der Leitfaden vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg, dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung in Stuttgart und dem Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V. in Berlin. 

Workshop zum Speicher-Leitfaden am 5. Mai in Mainz

Das Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz (LaNEG) stellt am 5. Mai beispielhaft Geschäftsmodelle aus dem Leitfaden in einer Veranstaltung vor: 14.00 bis 18:00 Uhr im Erbacher Hof in Mainz. Interessierte können sich unter info@laneg.de anmelden. Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Website:

Den Anwenderleitfaden gibt es kostenfrei beim Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V. (LaNEG e.V.), Diether-von-Isenburg-Str. 9-11, 55116 Mainz. Zum Download ist er hier verfügbar.

Quelle: Presseinformation LaNEG e.V. vom 28.4.2017

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