03. August 2012

Keimzelle der Energiewende

Bürger machen die Energie selbst – mit Energiegenossenschaften. Für das Zukunftsmodell braucht es Promotoren. In Bayern sind nun 24 Fachleute ausgebildet worden, die als Projektentwickler Energiegenossenschaften auf den Weg bringen sollen.

Promotoren der Energiewende: 24 neue Projektentwickler ausgebildet.

Vier Monate lang haben 24 Teilnehmer aus ganz Deutschland gelernt, wie sich Energiegenossenschaften gründen, gestalten und finanzieren lassen. Zur Weiterbildung gehörten Online-Lernphasen sowie drei Seminare. Am 18 Juli haben sie nun in Bad Alexandersbad ihre Zertifikate als Projektentwickler für Energiegenossenschaften bekommen.

„Wenn Bürgerinnen und Bürger, die klimafreundliche Energiezukunft in ihrer Region selbst gestalten wollen, sind Energiegenossenschaften dafür ideal“, sagt Studienleiter Dietmar vom Netzwerk „Energiewende jetzt“. „Projektentwickler bringen die Gründung von Energiegenossenschaften entscheidend voran.“ Einige der Teilnehmer haben schon während der Weiterbildung die Gründung einer Genossenschaft vorangetrieben.

Hans Madl-Deinhart ist einer davon. Der  Vorsitzende des Arbeitskreises Energie der Landkreis-Agenda 21 gründet am 1. August mit anderen Engagierten die „Bürgerenergie Freyung-Grafenau eG“. Das erste Projekt steht schon fest. Der Landkreis stellt das Dach der Realschule für eine große Photovoltaikanlage zur Verfügung.

Peter Berek aus dem Kurort Bad Alexandersbad ist der einzige Bürgermeister im Lehrgang. „Wir haben genug regionale Ressourcen, die wir nutzen können. Ich möchte erreichen, dass wir hier bei uns Wertschöpfung generieren." Berek hat eine Reihe von Ideen. Die sieben Photovoltaikanlagen im Besitz der Stadt sollen in eine Genossenschaft überführt werden, an der sich die Bürger beteiligen können. Am Ortseingang soll ein Energiekurpark entstehen. Dort können die Bürger erleben, wie regenerative Energie erzeugt wird.

Auch in Borsdorf im Landkreis-Leipzig hat die Idee einer Bürgergenossenschaft Tempo aufgenommen. Die Initiative hat zwei öffentliche Treffen durchgeführt und wird vom Borsdorfer Bürgermeister unterstützt. „Die Gemeinde wird für die Startphase der Genossenschaft zwei kommunale Dächer für  PV-Anlagen bereitstellen“, sagt Projektentwickler Winfried Haas. Die Idee der Bürger-Energiegenossenschaft ist ebenfalls in der Weiterbildung entstanden. Einen Bürgerwindpark wollen die Projektentwicklerinnen Brigitte Artmann und Astrid Galik mit einer Energiegenossenschaft im Fichtelgebirge auf den Weg bringen. Derzeit sind sie auf der Suche nach geeigneten Standorten in der Region.

Die ausgezeichnete Weiterbildung, sie hat 2011 den Deutschen Solarpreis von EUROSOLAR erhalten, wurde von der  Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung e. V. (DEAE) und der innova eG entwickelt. Bildungsträger in Bayern waren die Katholische Landvolkshochschule Feuerstein, das Evangelische Bildungs- und Tagungszentrum in Bad Alexandersbad sowie der Bund für Naturschutz in Bayern.

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