04. Juli 2016

Klimaschutzziele: Deutschland braucht schnelleren Ausbau der Erneuerbaren

100 Prozent erneuerbare Energien bis 2040, Kohleausstieg bis 2030 und ein rascher Ausbau von Langzeitspeichern. Nur so kann Deutschland die Klimaschutzziele von Paris einhalten. Dies hat eine aktuelle Studie ermittelt.

Wie lässt sich das Ziel des Pariser Klimagipfels von 2015, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen in Deutschland umsetzen? Dafür muss unsere Energieversorgung spätestens bis zum Jahr 2040 ganz ohne Kohle, Erdöl und Erdgas auskommen, ist das Ergebnis einer aktuellen Studie Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) Die Studie „Sektorkopplung durch die Energiewende“ unter der Federführung von Prof. Volker Quaschning zeigt die nötigen Maßnahmen in den Sektoren Elektrizität, Wärme und Verkehr auf.

Neben der Energiewirtschaft müssen auch Verkehr, Wärme und Industrie von fossilen Energieträgern auf erneuerbaren Strom umschwenken, so die Studie. Deshalb brauche Deutschland spätestens im Jahr 2040 jährlich 1.320 Terawattstunden an Erneuerbarem Strom. Das ist mehr als doppelt so viel wie heute.

Mit den niedrigen Ausbauzielen, die das geplante EEG 2016 vorsieht, sei das Erreichen der Paris-Ziele praktisch unmöglich. „Entweder fehlt den politisch Verantwortlichen der nötige Sachverstand oder sie beabsichtigen das Klimaschutzabkommen gar nicht einzuhalten“, urteilte Studienleiter Prof. Dr. Volker Quaschning bei der Präsentation Ende Juni in Berlin.

„Wir müssen die Wind- und Solarenergie drei bis sechs Mal schneller ausbauen als von der Bundesregierung geplant“, präzisierte Volker Quaschning die Ergebnisse seiner Forschungsgruppe Solarspeichersysteme an der HTW Berlin: Wind an Land um 6,3 Gigawatt netto statt um 2,8 GW brutto, wie im EEG 2016 festgelegt. Bei der Photovoltaik seien jährlich sogar 15 GW erforderlich statt der im EEG vorgesehen 2,5 GW.

Bei der Wärmeversorgung empfehlen die Experten einen schnellen Umstieg von Öl- und Gasheizungen sowie KWK-Anlagen auf effiziente Wärmepumpen. Erforderlich sei zudem ein rascher Abschied von fossilen Treibstoff.

Der Verkehrssektor müsse bis 2040 fast vollständig elektrifiziert sein. „Möglichst ab 2025 sollten in Deutschland deshalb keine Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden“, so Quaschning.

Die Studie hält auch einen Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2030 für nötig. da diese für einen Großteil der CO²-Emissionen aus der Energiewirtschaft verantwortlich ist. Um trotzdem Versorgungssicherheit zu gewährleisten, seien Langzeitspeicher für erneuerbare Energien nötig.

Die Studie „Sektorkopplung durch die Energiewende“ der HTW Berlin lässt sich hier downloaden

Greenpeace Energy hat zudem ein Factsheet mit zentralen Ergebnissen der HTW-Studie und zusätzlichen Berechnungen von Greenpeace Energy zum Bedarf an Langzeitspeichern online gestellt

www.greenpeace-energy.de/presse

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