12. August 2016

Bürgerwindparks: Acht mal mehr Wertschöpfung für die Region

Ein von regionalen Akteuren entwickelter Windpark stärkt die regionale Wertschöpfung fast achteinhalb Mal so stark wie ein Windpark, der von externen Projektierern gebaut wurde. Das hat eine aktuelle Studie errechnet

58 Millionen Euro bringt der Region in zwanzig Jahren ein Windpark, der von regionalen Akteuren unter Beteiligung kommunaler Partner entwickelt wird. Erhalte ein überregional tätiger Projektentwickler den Zuschlag, blieben etwa sieben Millionen Euro in der Region. Das hat das IdE Institut für dezentrale Energietechnologien am Beispiel eines Windpark mit sieben Anlagen der Drei-Megawattklasse berechnet. Die Studie wurde von der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) beauftragt. Externe Projektentwickler vergeben laut Studie weniger Aufträge an regional ansässige Firmen und suchen sich keine lokale Bank zur Finanzierung. Sie betreiben in der Regel die Anlagen nicht selbst, sondern beauftragen deutschlandweit tätige Unternehmen. Außerdem beteiligten sie meist keine regionalen Akteure wie Kommunen oder Bürgerenergiegenossenschaften an den Windparks. Das: Windparks in regionaler Hand entlasten die öffentlichen Haushalte und stärken die Region signifikant, so das Fazit der Studie.

Vergaben, die auf möglichst hohe Pachteinnahmen zielen, seien nur auf den ersten Blick gut für die Finanzen des Landes und die Bürger. Im 20-jährigen Betriebszeitraum verzichte das Land Hessen für eine um drei bis vier Millionen Euro höhere Pacht eines externen Projektentwicklers auf regionale Einnahmen von rund 50 Millionen Euro. Rechne man dies auf das Potenzial von etwa 270 Windkraftanlagen bzw. 1.350 MW in Nordhessen hoch, gehen der Region etwa drei Milliarden Euro verloren, wenn Windparks nicht durch regionale Partner entwickelt werden. Direkt würden etwa 190 Arbeitsplätze durch SUN-Windparks geschaffen, indirekt mehr als 1.000.

Die Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) mit den Stadtwerke-Partnern aus Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Homberg (Efze), Kassel, Witzenhausen und Wolfhagen hat ein Bürgerbeteiligungsmodell entwickelt. Das sorgt dafür, dass die erzielbare Wertschöpfung bei der Errichtung von Windparks möglichst weitgehend in der Region bleibt. Die Stadtwerke Union Nordhessen kritisiert gleichzeitig die Auswahlentscheidungen bei der Vergabe von geeigneten Windvorrangflächen, die im Eigentum des Landes Hessen sind. Hier spielten Kriterien einer ausgeprägten Bürgerbeteiligung und hoher regionaler Wertschöpfung eine nur untergeordnete Rolle.

Zur Presseinformation

Die Studie in Kurzform

@ 2014 Netzwerk Energiewende jetzt | Links | Impressum | Datenschutzerklärung | Kontakt
Ev. Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft
Dietmar Freiherr von Blittersdorff (Projektleitung)
Kronstraße 40 | 76829 Landau
Tel.: 06341-9858-16 | Fax: 06341-9858-25
info@energiegenossenschaften-gruenden.de