22. November 2016

NRW fördert Mieterstrom-Modelle – Thüringen und Hessen auch

Das Land Nordrhein-Westfalen hat gerade ein eigenes Förderprogramm für Mieterstrom-Projekte aufgelegt. Mieter sollen von der Energiewende profitieren, auch in Hessen und Thüringen.

Foto: Heidelberger Energiegenossenschaft eG

Das Land will mit der Förderung erreichen, „dass Mieterinnen und Mieter Strom, der auf ihren Dächern aus Photovoltaikanlagen produziert wird, kostengünstiger nutzen können als zum Grundtarif des örtlichen Stromversorgers“, so NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Mietstrommodelle und Speicher seien zwei wesentliche Bausteine für die Energiewende, die dringend benötigte Geschäftsmodelle für die Energieversorgungsunternehmen oder die Energiegenossenschaften ankurbeln. Bei diesen Modellen werden Wohnungs- oder Gewerbeflächen-Mieter mit vor Ort erzeugtem Strom aus PV-Anlagen versorgt, der nicht über die öffentlichen Netze geleitet wird.

Förderung für Photovoltaik-Mietstrommodelle in NRW

Gefördert werden ab 1. November 2016 PV-Mieterstrommodelle mit maximal 30.000 Euro pro Jahr. Voraussetzung ist ein Strompreis für Mieterinnen und Mieter, der um 1,5 Cent unter dem Grundtarif des örtlichen Versorgers liegt. Bezuschusst wird die Umrüstung des Zählerkonzeptes und datenbankbasierte Abrechnungssysteme. Antragsberechtigt sind alle natürlichen und juristischen Personen.

Förderung von stationären Batteriespeichern in NRW

Das Land fördert außerdem stationäre Batteriespeicher in Verbindung mit einer PV-Anlage mit über 30 kWp Leistung. Es werden 50 Prozent der Ausgaben und maximal 75.000 Euro pro Speicher bezuschusst. Dabei kann es sich um neue PV-Anlagen oder nachgerüstete bestehende Anlagen handeln, die nach dem 31. Dezember 2012 in Betrieb genommen wurden.

Hohes Potential von Mieterstrom-Modellen

Das bundesweite Potenzial der Mieterstrommodelle beträgt mittelfristig zwischen 3,4 und 4 Milliarden Kilowatt, so Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft und des Verbandes der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen. Das entspricht der Leistung von drei bis vier großen konventionellen Kraftwerken.

Förderprogramme für Mieterstrom in Thüringen und Hessen

Auch das Bundesland Thüringen fördert ab 2017 Mieterstrommodelle. Im Rahmen des Programms „Solar Invest“ werden Neuinvestitionen in Photovoltaikanlagen mit bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten gefördert. Der erzeugte Strom muss der Eigen- oder Direktversorgung dienen und darf nicht in ein öffentliches Netz eingeleitet werden.

Mit dem gleichen Satz sind Neuinvestitionen, Ersatzinvestitionen in oder die Erweiterung von Stromspeichern und Wärmespeichern (Warmwasser-, Kältespeicher, Power to heat-Anlagen) förderfähig. „Solar Invest“ fördert Investitionen sowie Beratungsleistungen und Machbarkeitsstudien zur Realisierung von innovativen Mieterstrommodellen mit bis zu 80 Prozent.

Hessen hatte als erstes Bundesland im Sommer 2016 ein Pilotvorhaben „Mieterstrommodelle“ vorgestellt. Das Land fördert die Umstellung von Wohngebäuden auf eine hauseigene Stromversorgung mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien. Insgesamt sollen bis zu 1.000 Wohneinheiten in vermieteten Wohngebäuden umgestellt werden. Gefördert wird die Umrüstung des Zählerkonzeptes (Summenzählermodell) und datenbankbasierte Abrechnungssysteme sowie weitere Kosten der Implementierung. Nach Auskunft des Landesnetzwerks Bürger-Energiegenossenschaften Hessen e.V. hat eine Energiegenossenschaft einen Förderantrag gestellt. 

Bund: Verordnung zum Mieterstrom lässt auf sich warten

Auf dem Bürgerenergiekonvent im September in Berlin hatte Energie-Staatssekretär Rainer Baake noch versprochen, die Förderung von Mieterstrom-Modellen werde noch vor der Bundestagswahl kommen. Doch lässt das Bundeswirtschaftsministerium sich mit der Verordnungsermächtigung Zeit.

Veranstaltungen und Materialien

Zum „Mieterstrom in NRW“ veranstaltet die EnergieAgentur.NRW am 12. Dezember 2016 eine Fachtagung  bei der das NRW-Förderprogramm Mieterstrom sowie Best Practice Beispiele vorgestellt werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) hat einen kostenlosen Leitfaden zum Thema Mieterstrom veröffentlicht, der auf der Seite www.pv-mieterstrom.de kostenfrei zum Download bereit steht.

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