03. Oktober 2013

Promotoren der Energiewende in Bürgerhand

Bürgerinnen und Bürger machen die Energie selbst – mit Energiegenossenschaften. In Nordrhein-Westfalen sind zwölf Fachleute ausgebildet worden, die lokale und regionale Genossenschaften auf den Weg bringen sollen.

Wo Bürger gemeinsam eine Photovoltaikanlage, einen Windpark oder eine Biomasseanlage betreiben wollen, ist Fachwissen gefragt. Zwölf solcher Fachleute haben am 2. Oktober ihre Qualifizierung zu Projektentwickler/innen für Energiegenossenschaften abgeschlossen. Sie werden Energiegenossenschaften initiieren und bei der Gründung fachkundig begleiten. Die Weiterbildung in Nordrhein- Westfalen ist eine Kooperation des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, des Netzwerkes „Energiewende jetzt“ und der EnergieAgentur.NRW als Unterstützer.

„Wenn Bürgerinnen und Bürger, die klimafreundliche Energiezukunft in ihrer Region selbst gestalten wollen, sind Energiegenossenschaften die ideale Rechtsform“, sagt Studienleiter Dietmar Freiherr von Blittersdorff vom Netzwerk „Energiewende jetzt“. „Projektentwickler bringen die Gründung von Energiegenossenschaften entscheidend voran.“ Einige der Teilnehmer haben schon während der Weiterbildung die Gründung einer Genossenschaft vorangetrieben. 

So befasste sich eine Projektgruppe mit der Nutzung einer Brache mitten im Zentrum von Bremen. Wo einst Güterzüge der Deutschen Bahn rangierten, soll ein Begegnungszentrum für die Bewohner entstehen, kombiniert mit einer Freiflächenanlage, die den Genossenschaftsmitgliedern günstigen Ökostrom liefert. Den Geschäftsplan einer Genossenschaft mit dem programmatischen Namen „Wenn de Sonn schön schingk eG“ hat eine weitere Projektgruppe erarbeitet. Die zukünftige Energiegenossenschaft plant, Dächer von Kirchgengemeinden in Köln mit Photovoltaik-Modulen zu belegen und mit den Gewinnen auch Projekte in Tansania und Japan zu fördern. 

Die EnergieAgentur.NRW räume der Bürgerbeteiligung und der regionalen Verortung der Energiewende einen hohen Stellenwert ein, betonte Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW bei der Zertifikatsübergabe an die ausgebildeten Projektentwickler/innen. „Bei der Bürgerbeteiligung spielt die Qualität der Beratung und der Umsetzung eine große Rolle. Es geht um Glaubwürdigkeit und um eine solide Wirtschaftlichkeit, damit das Bürgerkapital nicht gefährdet ist.“ Deshalb fördere die EnergieAgentur.NRW die Qualifizierung und freue sich, dass weitere kompetente Fachleute für Genossenschaftsgründungen zur Verfügung stünden.

Mehr als 170 Projektentwickler haben seit 2010 in fünf Bundesländern die Weiterbildung absolviert. „Mit der Beteiligung dieser Promotoren der Energiewende sind bisher mehr als 40 Energiegenossenschaften in ganz Deutschland auf den Weg gebracht worden“, sagt Studienleiter Dr. Burghard Flieger vom Netzwerk „Energiewende jetzt“. Für 2014 plant das Netzwerk Kurse für Bürger-Windgenossenschaften. 

 

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