26. Januar 2017

Mieterstrom: 3,8 Millionen Wohnungen können versorgt werden

Hohes Potential für Mieterstrommodelle in Deutschland. Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht Studie zum Thema Mieterstrom.

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Bis zu 3,8 Millionen Wohnungen in Deutschland können mit Mieterstrom versorgt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG und der Kanzlei Boos Hummel & Wegerich im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

„Mieterstrom kann ein Baustein sein, dem Ausbau der Photovoltaik neuen Auftrieb zu verleihen“, sagte Energie-Staatssekretär Rainer Baake bei der Vorstellung der Studie. Sie sei eine gute Grundlage für die Ausgestaltung einer zukünftigen Förderung. Bei Mieterstrommodellen beziehen die Mieter Strom aus einer Erneuerbaren Energie Anlage in unmittelbarer räumlicher Nähe, meist aus demselben Gebäude. In vielen Fällen lohne es sich für Gebäudeeigentümer, Vermieter und weitere Akteure nicht, das Potenzial zu erschließen, so die Studie weiter. Unter heutigen Bedingungen seien mit Mieterstrommodellen „nur geringe Projektrenditen erzielbar, die meist sogar unterhalb der Renditen aus einer Volleinspeisung des PV-Stroms“ liegen. Das sei der Grund, dass derzeit nur „wenige neue Mieterstrommodelle realisiert würden. Hindernisse sieht die Studie in der  Belastung mit der EEG-Umlage und der Stromsteuer, die Anforderungen an die Zählereinrichtungen und aufwändige Melde- und Transparenzpflichten. Diese Rechtspflichten für Mieterstrom seien „teilweise nur mit größerem organisatorischem und finanziellem Aufwand zu erfüllen.“

Direkte Förderung statt Verringerung der EEG-Umlage

Die Studie kommt zum Schluss, dass eine Förderung die Anzahl der rentablen Projekte deutlich erhöhen kann. Mit einer direkten Vergütung lasse sich Mieterstrom zielgenauer und differenzierter fördern kann als mit einer pauschalen Verringerung der EEG-Umlage. Die Verfasser der Studie schlagen deshalb eine Vergütung für den an Mieter gelieferten Strom vor. Für diesen Vorschlag müsste jedoch das EEG 2017 nochmal geändert werden – und das ist vor der nächsten Bundestagswahl im September fraglich.

Das Wirtschaftsmagazin Bizz energy zitiert eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums, wonach das Ministerium „sehr zeitnah einen Vorschlag erarbeite“. Doch schon im September hatte Energiestaatssekretär Rainer Baake eine Verordnungsermächtigung zum Mieterstrom angekündigt –geschehen ist bisher nichts, im Gegensatz zu einigen Bundesländern. Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen haben letztes Jahr eigene Förderungsprogramme für Mieterstrom auf den Weg gebracht.

Die Studie mit dem Titel "Mieterstrom – Rechtliche Einordnung, Organisationsformen, Potenziale und Wirtschaftlichkeit von Mieterstrommodellen" kann auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums abgerufen werden.

 

 

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