Rekommunalisierung: Bürger in Rheinhessen an Energieversorgung beteiligen

Stichworte: Netzkauf, Rekommunalisierung, Stromlieferung, Beteiligung an Energieversorger

„Daseinsvorsorge gehört in Bürgerhand“ sagt Armin Brendel, Vorstand der Bürgergenossenschaft Rheinhessen eG in Gensingen. Die Verbandsgemeinde Sprendlingen- Gensingen will eine bürgernahe, umweltfreundliche und wirtschaftliche dezentrale Energieversorgung umsetzen.

Die Bürgergenossenschaft Rheinhessen eG ist mit 23,9 Prozent an der 2013 gegründeten Rheinhessen-Energie GmbH (RHE) beteiligt. Mehrheitsgesellschafter sind mit 51 Prozent die Verbandsgemeindewerke Sprendlingen-Gensingen AÖR. Weitere Gesellschafter sind mit je 12,55 Prozent die Stadtwerke Mainz AG (SWM) und EWS Elektrizitätswerke Schönau eG.

"Daseinsvorsorge gehört in Bürgerhand“, so das Credo der Gesellschafter. Bürgerinnen und Bürger und die zehn Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen sollen stärker am Betrieb der Strom- und Gasnetze sowie am Strom- und Gasvertrieb und der örtlichen Energiegewinnung beteiligt werden.

Über die starke Position der Bürgergenossenschaft sind Bürgerinnen und Bürger unmittelbar an den geschäftlichen Aktivitäten der RHE beteiligt. Die Stadtwerke Mainz AG sind als strategischer Partner mit ihrer Tochtergesellschaft SWMN für den Netzbetrieb zuständig, die EWS ist für den Aufbau des Energievertriebs zuständig sein. Die RHE hat neben dem Netzbetrieb auch einen eigenen Strom- und Gasvertrieb aufgebaut.

Die Rheinhessen-Energie GmbH hält bereits drei Stromnetze in Badenheim, St. Johann und Sprendlingen. Sie ist 2016 am Vergabeverfahren für die Konzession der sieben weiteren Stromnetze der Verbandsgemeinde und aller Gasnetze beteiligt. Eine Entscheidung wird es voraussichtlich im Frühjahr 2017 geben

Im Herbst 2013 startete der Vertrieb von Ökostrom. Im Lieferpreis des Ökostroms sind 0,5 Rheinhessencent enthalten. Mit dem Rheinhessencent-Programm werden neue Erneuerbare-Energien-Projekte gefördert

Für die Energiegenossenschaft ist die Beteiligung an der Rheinhessen-Energie GmbH noch nicht wirtschaftlich, dies ist jedoch mittelfristig Ziel. Der Kauf weiterer Netze wird aber für zusätzliche Investitionen sorgen.

Ziel Null-Emissionsgemeinde

Die Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen im Landkreis Bingen ist im Mai 2016 von der Agentur für Erneuerbare Energien als hundertste „Energiekommune des Monats“ für ihren „strategischen Ansatz zur lokalen Energiewende“ ausgezeichnet worden. Dieser Ansatz binde „möglichst alle Akteure vor Ort ein“. Bis 2018 soll der Strombedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien gedeckt sein. Dabei will die Gemeinde neben Energieeffizienz Erneuerbare Energiequellen wie Biomasse, Sonnenergie, Wind und (Ab)wasser nutzen. Die Verbandsgemeinde sieht die Energieversorgung als eine Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge.

Die Bürgergenossenschaft Rheinhessen in der Ortsgemeinde Gensingen ist einer dieser Akteure. Neben der Beteiligung an der Rheinhessen-Energie GmbH betreibt sie sieben Photovoltaikanlagen in verschiedenen Ortsteilen. Außerdem bietet sie Kommunen im Rahmen eines Energie-Einspar-Contracting die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik an.

Material

Auszeichnung der Verbandgemeinde als Energiekomme des Monats

Kontakt für Fragen
Bürgergenossenschaft Rheinhessen eG
Armin Brendel, Vorsitzender des Vorstandes
Birkenstraße 21; 55457 Gensingen
Tel.: 06727-229 277
Fax: 06727-229 2
E-Mail: info@nospambuergergenossenschaft-rheinhessen.de
www.buergergenossenschaft-rheinhessen.de

 

 

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