Solarpark Herten: Genossenschaften kooperieren mit gegenseitigem Gewinn

Stichworte: Photovoltaik-Freiflächenanlage, Kooperation von Energiegenossenschaften, Stromlieferung

Drei Genossenschaften haben gemeinsam eine große Freiflächen-Solaranlage auf der alten Deponie Herten gebaut.

Gemeinsame Projekte von Energiegenossenschaften sind immer noch selten. Im Süden Deutschlands haben nun drei Energiegenossenschaften auf einer ehemaligen Hausmülldeponie eine gemeinsame Photovoltaikfreiflächenanlage gebaut.

Die Bürgersolar Hochrhein eG aus Rheinfelden hatte sich 2011 gegründet, um das Deponiegelände mit einer Solaranlage zu nutzen, doch das Projekt dann immer wieder verschoben. Mit der EWS Schönau fand die Genossenschaft nun eine in der Projektierung erfahrene Partnerin. Dritter im Bunde ist die Bürgerwindrad Blauen eG.

Die drei Energiegenossenschaften bewarben sich gemeinsam um die Vergabe und bekamen den Zuschlag. Das Projekt nutzt noch die Möglichkeit, dass die Deponie 2016 laut EEG noch als „bauliche Anlage“ galt. Das ersparte den Partnern den mühsamen und unsicheren Weg über Ausschreibungen – und ermöglicht eine Einspeisevergütung nach dem EEG von 2014.

Der Strom des Bürgersolarparks wird komplett ins Netz eingespeist. Die Projektpartner schätzen den jährlichen Ertrag auf etwa drei Millionen Kilowattstunden. Voraussichtlich ab März wird der Solarpark Strom liefern. Mit dem Jahresertrag können etwa 1000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Jedes Jahr werden mehr als 1.200 Tonnen C0² eingespart.

Mit der gewonnenen Strommenge In der künftigen Betreibergemeinschaft sind die Bürgersolar Hochrhein eG und die Bürgerwindrad Blauen eG mit jeweils etwa 25 Prozent und die Elektrizitätswerke Schönau mit knapp unter 50 Prozent der Anteile vertreten. So kann keine Genossenschaft allein entscheiden. Im gleichen Verhältnis finanzieren die drei Energiegenossenschaften das Projekt von rund 2,6 Millionen Euro.

Im November 2016 lag die Baugenehmigung der Gemeinde vor und die Projektpartner konnten mit dem Bau der Anlage mit knapp 12.000 Photovoltaik-Panels beginnen. Nachdem die Anlage im Dezember 2016 in Betrieb genommen wurde, wurde der Solarpark auf der ehemaligen Hausmülldeponie in Herten Anfang Februar eingeweiht.

Hintergrund: Mülldeponien im EEG
Seit Januar 2017 gelten ehemaligen Mülldeponien als Konversionsfläche. Wer auf solchen Flächen Photovoltaikanlagen von mehr als 750 Kilowatt baut, muss an den Ausschreibungen teilnehmen. Für Kommunen heißt das, dass sie auf den Kosten für ihre Mülldeponien sitzen bleiben – und ihnen eine Einnahmequelle verloren geht.

Mehr zum Solarpark am Rhein Herten (Stand: Februar 2017)

Zum Artikel von Tom Jost für das Energiewende-Magazin der EWS-Schönau.

Tom Jost ist Journalist und Mitglied des Netzwerk Energiewende Jetzt.

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