Zusammenfassung der Studie

Bürgerenergiegenossenschaften haben in den beiden letzten Jahren aufgrund geänderter rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. EEG 2014) ihre Aktivitäten reduziert. Die Fähigkeit, jenseits der EEG-Vergütung neue Geschäftsmodelle zu erschließen scheint eine Kernfrage für die Zukunft von Energiegenossenschaften zu sein.

Energiegenossenschaften können zu wesentlichen Akteuren für eine dezentrale erneuerbare Energieversorgung werden. Von entscheidender Bedeutung für ihren Erfolg wird sein, wie gut sie neue Geschäftsmodelle wie z.B. Energieeffizienz und Elektromobilität umsetzen. Zum anderen wird es bei der Dezentralisierung der Energiewende darauf ankommen, den Austausch zwischen Erzeuger und Verbraucher effizient zu organisieren.

Dies ist das Fazit der Studie „Geschäftsmodelle für Bürgerenergiegenossenschaften. Markterfassung und Zukunftsperspektiven“, die das Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz e. V. (LaNEG e.V) und die Energieagentur Rheinland-Pfalz veröffentlicht haben. Erarbeitet wurde die Studie durch das Netzwerk Energiewende Jetzt e.V., die 100 prozent erneuerbar stiftung und StoRegio Energiespeichersysteme e.V.

Stärken nutzen

Energiegenossenschaften weisen drei Stärken auf: Regionalität, Transparenz und Gemeinschaftlichkeit. Besonders die regionale Verankerung, die direkte Beziehung zu den Menschen in der Region und das aktive Mitgestalten der Mitglieder können zum wichtigen Vorteil im Wettbewerb werden.

Die Studie ermittelte verschiedene Entwicklungstrends, mit denen Energiegenossenschaften den erfolgreichen Wandel in die Zukunft vollziehen wollen. Die Diversifizierung ihrer Geschäftsbereiche, Kooperationen, die weitere Professionalisierung und das konsequente Nutzen ihrer Stärken.

Zukunftsfähige Geschäftsmodelle

Für die Studie wurden in einer ausführlichen Markterfassung und Experteninterviews zwischen Juni und Oktober 2015 verschiedene zukunftsfähige Geschäftsmodelle identifiziert. Ein besonderes Augenmerk lag auf neuen, wenig verbreiteten Konzepten sowie aktuellen und zukünftigen Handlungsmöglichkeiten für Energiegenossenschaften.

  • PV-Direktlieferung: Direktverbrauch, Pachtmodelle oder Mieterstrom bieten wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten, günstig Ökostrom direkt vom Dach zu liefern.
  • Energiegenossenschaften als Stromversorger: Die Lieferung von Strom rundet das Angebot von Energiegenossenschaften für ihre Mitglieder ab.
  • Nahwärme plus: Die Versorgung mit Nahwärme ist ein zukunftsfähiges, erweiterbares Geschäftsmodell. Beispiele sind die Nutzung industrieller Abwärme, bio-solare Nahwärme bis hin zu Quartierslösungen.
  • Energieeffizienz und Contractingmodelle: Das Einsparpotential an Energie in Deutschland ist riesig. Genossenschaften haben die Chance, mit kleinen Unternehmen, Vereinen und Kommunen diesen Markt zu erschließen.
  • Elektromobilität: Die Batterien von Elektro-Autos können überschüssigen, dezentral erzeugten Erneuerbaren Strom speichern. Gerade in ländlichen und touristischen Regionen haben Energiegenossenschaften gute Chancen für E-Mobilitätsprojekte.

Ein weiteres Kapitel widmet sich mittelfristigen und langfristigen Optionen wie Speicherkonzepte, Spitzenlastmanagement, Quartierkonzepte, Immobilien- und Energiemanagement u.a.

Die Studie liefert zudem einen systematischen Ansatz, mit dem Energiegenossenschaften neue Geschäftsmodelle erschließen und mit Hilfe einer Bewertungsmatrix einschätzen können.

Die Zusammenfassung der Studie als Download 

Die Studie als Download

Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH (Hrsg.): „Geschäftsmodelle für Bürgerenergiegenossenschaften. Markterfassung und Zukunftsperspektiven“, 104 Seiten, Dezember 2015 (Stand rechtliche Situation)

Sowohl auf der Webseite der Energieagentur Rheinland-Pfalz als auch bei LaNEG sind ausführliche Experteninterviews, Praxisbeispiele und weiterführende Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen von Energiegenossenschaften abrufbar.

 

 

 

 

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