Thüringer Landstrom – von der Region für die Region

Stichworte: Dachgenossenschaft, Stromlieferung, Direktvermarktung EEG, Kooperation

Die Dachgenossenschaft BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG will als genossenschaftlicher Energieversorger Erzeuger und Verbraucher zusammenbringen. Seit Januar 2016 bietet sie das regionale Stromprodukt „Thüringer Landstrom“ an, das als Label auch anderen Versorgern offen steht. Die Bedingung für die Mitgliedschaft: mindestens 50 Euro pro Stromkunde jährlich in regionale Erneuerbare-Neubau Projekte investieren.

Beschreibung des Projektes
Seit Anfang 2016 bringt die Dachgenossenschaft BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG das regionale Ökostromprodukt Thüringer Landstrom auf den Weg. Das Wertversprechen an die Stromkunden: Die BEThS eG sichert zu, gemeinsam mit ihren Mitgliedern mindestens 50 Euro pro Stromkunde in neue Erneuerbare-Energien-Anlagen zu investieren – und das jährlich. Jeder Kunde trägt damit zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien in Thüringen bei.

Genossenschaftsmitglieder erhalten zudem 50 Prozent Rabatt auf den Grundpreis. Die Mitgliedsgenossenschaften können damit Ihren Förderzweck gegenüber Ihren Mitgliedern erfüllen. Den Ökostrom aus Thüringen liefert zurzeit der Solarpark der Energiegenossenschaft Rittersdorf im Weimarer Land, der 2015 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt hat.

Thüringen 100% erneuerbar gestalten - weil es wirtschaftlich sinnvoll ist und regionale Kreisläufe stärkt. Das ist das ehrgeizige Ziel des BürgerEnergie Thüringen e.V., dem Dachverband der Thüringer Bürgerenergiegesellschaften. Da dies nur in einem großen Verbund möglichst vieler regionaler Energieakteure möglich ist, beschloss der BürgerEnergie Thüringen e.V. ein regionales Stromprodukt aus Thüringer Erneuerbaren Energieanlagen zu etablieren. Damit wollen sich die Genossenschaften mittelfristig unabhängig von politischen Entscheidungen um die EEG-Einspeisetarife und anderen Förderinstrumenten machen.

So wurde 2014 die BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG (BEThS eG) gegründet und die Marke „Thüringer Landstrom®“ eingetragen. Zu den aktuell zwölf Mitgliedern zählen Energiegenossenschaften, Betreibergesellschaften von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, Wohnungsbaugenossenschaften, Dienstleistungsunternehmen und der Bürgerenergie Thüringen e.V. Die Dachgenossenschaft arbeitet nach dem Selbstkostenprinzip, die Mitglieder erhalten Ausschüttungen, sobald Gewinne entstehen. Für Stromeinkauf, Abrechnung u.a. haben die Thüringer Genossen einen Dienstleister eingebunden, was einen „sanften“ Markteinstieg ermöglicht.

Die BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG unterstützt ihre Mitglieder auch in „energiewirtschaftlichen Fragen“ wie der Vor-Ort-Belieferung, Mieterstrommodellen und der Direktvermarktung. Aktuell arbeitet die BEThS eG daran, die Direktvermarktung EEG für ihre Mitglieder auch schon ab 30 kWp anzubieten. Außerdem will die Dachgenossenschaft bei Elektromobilität und Ladeinfrastruktur aktiv werden.

Hürden und Erfolgsfaktoren
In der Entwicklung der Dachgenossenschaft wie des Stromproduktes steckt viel ehrenamtliches Engagement. Die größte Hürde ist die Vermarktung, als kleiner Anbieter ohne großes Werbebudget Stromkunden zu gewinnen. Die BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG sucht deswegen weitere Mitglieder für die Dachgenossenschaft und will neben den Erzeugern auch Verbraucher gewinnen, zum Beispiel weitere Wohnungsgenossenschaften. Langfristiges Ziel der BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG sind 5.000 Stromkunden Minimum.

Die regionale Ökostrommarke spielt dabei eine wichtige Rolle. „Immer mehr Stromkunden wollen wissen, woher der von ihnen bezogene Strom kommt und sind interessiert am regionalen Bezug und der Wertschöpfung in der Region“, sagt Matthias Golle, Vorstand der BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG. Die Marke „steht auch für die Netzwerkarbeit, die wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern leisten“, so Golle weiter. Unter dem Label „Thüringer Landstrom“ ist die Dachgenossenschaft Kandidat der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) und will die Themen Bürgerenergie und Beteiligung in die IBA-Projekte einbringen. Die IBA Thüringen unterstützt Partner bei Modellprojekten und führt selbst Initiativprojekte durch. Mittelfristig will die BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG Energieversorger und Stadtwerke in Thüringen zur Mitwirkung am Thüringer Landstrom gewinnen. „Das Ziel Thüringen 100% erneuerbar – das schaffen wir nur gemeinsam mit vielen anderen“, so Matthias Golle.

Doch machen die aktuellen politischen Rahmenbedingungen die regionale Vermarktung von Ökostrom schwierig.Seit dem EEG 2014 gibt es keine Möglichkeit mehr, EEG-geförderten Strom als Grünstrom an Endkunden zu verkaufen. Zur Grünstromkennzeichnung hat das Bundeswirtschaftsministerium im Frühjahr 2016 ein Eckpunktepapier vorgelegt, das keine speziellen Anreize für die Vermarktung bietet.

Strommix und Preise
Die Akteure der BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG haben sehr lange über Stromqualitäten, Beimischungen usw. diskutiert. Außerdem konnten die Dachgenossenschaft die Erfahrungen mit dem deutschlandweit ersten Regionalstromtarif (Regionalstrom Mittelthüringen in Kooperation mit Grünstromwerk) einbringen. „Unser Strom ist Grünstrom – nicht mehr und nicht weniger. Eine Beimischung von Strommengen z.B. über die Sonstige Direktvermarktung sehen wir nicht als zielführend an“, sagt Matthias Golle. Die Dachgenossenschaft poolt parallel zum Vertrieb Erzeugungsmengen über das Instrument der Direktvermarktung EEG.

28 Cent brutto je kWh und 60€ Grundpreis pro Jahr sind die Preise für 2016. Genossenschaftsmitglieder, Rentner, Studenten und Familien mit Kindern erhalten 50 Prozent Rabatt auf den Grundpreis

Material und Fotos
Konzept Thüringer Landstrom
Plakat Thüringer Landstrom

Kontakt
BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG
Matthias Golle
Schillerstraße 16
99423 Weimar
Tel.: +49 (0)3643. 49 31 5-70
Fax: +49 (0)3643. 49 31 5-75
Mail: mail@beths.de
www.beths.de
oder www.thüringerlandstrom.de

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