16. Oktober 2018

EEG-Umlage sinkt doch Industrieausnahmen steigen

6,405 Cent pro Kilowattstunde, 5,7 Prozent weniger als 2018. Die EEG-Umlage sinkt 2019. Doch die Befreiungen für Unternehmen steigen.

Foto: Lange / Netzwerk Energiewende Jetzt e.V.

Die EEG-Umlage sinkt im kommenden Jahr auf 6,405 Cent pro Kilowattstunde, das sind 5,7 Prozent weniger als 2018. Das teilten die Betreiber der großen Stromnetze mit. Derzeit liegt die Abgabe bei knapp 6,8 Cent.

Gründe für die Senkung sind die gestiegenen CO2-Zertifikatspreise im Europäischen Emissionshandel, die zu höheren Preise an den Strombörsen führen sowie der hohe Stand des EEG-Kontos. „Mit einem höheren CO2-Preis sowie höheren Beschaffungskosten für Steinkohle und Erdgas erholt sich das Preisniveau an der Börse, die Marktwerte für Erneuerbare Energien steigen“, kommentiert der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) die Entwicklung. Die EEG-Förderung gleicht die Differenz zwischen Strompreis und dem individuellen Förderanspruch (Einspeisevergütung oder Marktprämie) aus. Steigt der Strompreis an den Börsen, sinkt dieser Betrag.

„Die hohen Investitionen Deutschlands in erneuerbare Energien der vergangenen 15 Jahre tragen jetzt Früchte“, sagt Frank Peter, stellvertretender Direktor von Agora Energiewende. Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien steige Jahr für Jahr, die Förderkosten dafür blieben konstant oder sinken sogar. Laut Agora Energiewende könnte die EEG-Umlage um rund 1,5 Cent/Kilowattstunde sinken, wenn die Regierung die Rahmenbedingungen ändert und z.B. die Industrieausnahmen herausnimmt.

Kosten unfair verteilt 

Die Industrie beantragt für immer größere Strommengen die Befreiung von der EEG-Umlage. Im Jahr 2019 sind das 119 Terrawattstunden (TWh), wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage von Dr. Julia Verlinden hervorgeht. „2019 sollen für rund ein Fünftel des gesamten deutschen Stromverbrauchs Industrieausnahmen gelten“, sagt die Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Die Zeche zahlten private Haushalte sowie kleine und mittelständische Unternehmen, die die Milliarden mitfinanzieren müssten.“

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv )fordert eine gerechte Finanzierung der Energiewende. „Verbraucher sind noch immer die Zahlmeister der Energiewende, während die Industrie entlastet wird“, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Auch der Bundesverband Erneuerbare Energien möchte systemische Korrekturen am Abgaben-, Steuern- und Umlagensystem erreichen. So solle die konventionelle Stromerzeugung – in Ergänzung zum Europäischen Emissionshandel – mit einer nationalen CO2-Steuer oder einem CO2-Mindestpreis belegt und gleichzeitig die Stromsteuer auf das Mindestmaß reduziert werden. Zudem sollen die Industrieausnahmen über den Bundeshaushalt finanziert werden, das würde die die privaten Haushalte entlasten.

 

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