11. Juli 2018

Vorstände von Energiegenossenschaften: Umfrage ermittelt kritische Schwächen der Kompetenzen

Vorstände von Energiegenossenschaften haben Lücken bei Vertrieb sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, so eine Online-Umfrage zweier Hochschulen.

©PaylessImages/123rf.com

Vorstände von Bürgerenergiegenossenschaften sind nach eigener Wahrnehmung stark in Betriebswirtschaft, bei Projektentwicklung und Management. Lücken sehen sie dagegen bei Vertrieb sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Diese hat eine bundesweite Online-Umfrage der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) und der Leuphana Universität in Lüneburg ergeben. Unterstützt wurde sie von verschiedenen genossenschaftlichen Regionalverbänden. Die Wissenschaftler haben die Qualifikationen und Netzwerke von Vorständen und Aufsichtsräten deutscher Energiegenossenschaften untersucht.

Die Lücken in den Qualifikationen sehen die Wissenschaftler kritisch „weil knapp die Hälfte der Genossenschaften in der Umfrage ihre Geschäftsmodelle ändern oder erweitern wollen. Dabei nehmen sie vor allem solche Modelle in den Blick, die Know-How im Bereich Marketing und Vertrieb verlangen wie Stromvertrieb, Mieterstrommodelle oder Contracting.“ 44 Prozent der BEGen planen, nach Angaben mindestens eines Vorstandsaktuell eine Änderung oder Ergänzung des Geschäftsmodells.  

Auch die Aufsichtsräte und die Netzwerke der Vorstände könnten diese Lücken nicht kompensieren, weil sie genau in denselben Fachgebieten Schwächen haben.

Zur Erweiterung der Know-How-Basis seien verschiedene Strategien denkbar: von Training über die Erweiterung von Vorständen oder Kooperationen zwischen Genossenschaften und mit anderen Organisationen bis hin zur gezielten Beauftragung von Dienstleistern sei vieles denkbar.

Zu Alter und Bildung ermittelte die Umfrage: Vorstände und Aufsichtsräte sind im Mittel ca. 55 Jahre alt, überdurchschnittlich gut ausgebildet, ca. 2/3 haben einen Hochschulabschluss.

Kontakt: Prof. Dr. Carsten Herbes, HfWU Nürtingen-Geislingen: carsten.herbes@hfwu.de 

Zur Zusammenfassung der Studie

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