16. Juli 2020

Trübe Aussichten für bürgernahe Energiewende

Energiegenossenschaften wollen weniger investieren stellt die DGRV-Jahresumfrage fest. Bei Ausschreibungen für große Photovoltaikanlagen sind Genossenschaften chancenlos.

(c) Netzwerk Energiewende Jetzt

Vier von fünf Energiegenossenschaften sind im Kerngeschäft Stromerzeugung aus Solaranlagen aktiv. Doch für das kommende Jahr plant nur noch etwa die Hälfte neue Solarstromprojekte. Die Stimmung habe sich in den letzten Monaten weiter eingetrübt, bewertete der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) die Ergebnisse der Jahresumfrage 2020 bei Energiegenossenschaften.

„Die schlechten Zukunftsaussichten verdeutlichen, dass die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen eine bürgernahe Energiewende behindern“, sagte Dr. Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV. Dabei tragen die Bürgerenergiegenossenschaften mit einem Anteil von 3,5 Prozent an der erneuerbaren Stromerzeugung in Deutschland bei.

Ausgeschlossen: Keine Chancen bei PV-Ausschreibungen

Besonders hemmend wirken sich laut DGRV die Ausschreibungen für Wind- und Solarenergie aus. Bei den Ausschreibungsrunden für große Photovoltaikanlagen über 750 kW haben Energiegenossenschaften seit dem 1. April 2015 lediglich drei der 751 Zuschläge erhalten. Wegen der geringen Erfolgsaussichten seien unter den 2.468 Geboten lediglich 18 Energiegenossenschaften zu finden. Deshalb fordert der DGRV eine grundlegende Überarbeitung des Ausschreibungsdesigns mit fairen Bedingungen für alle Teilnehmenden. „Eine Lösung wären separate Ausschreibungen für kleine und große Marktakteure“, so Ott weiter.

Neugründungen auf niedrigem Niveau

2019 gründeten sich wie im Jahr vorher lediglich 14 Energiegenossenschaften neu. Die 843 Energiegenossenschaften unter dem Dach des DGRV vereinen rund 200.000 Mitglieder und haben rund 2,9 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert. Sie haben im Jahr 2019 rund 8,31 TWh sauberen Strom produziert. Damit wurden 3,39 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente im Strombereich vermieden. 

Weitere Ergebnisse der Jahresumfrage finden Sie hier

 

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