Energievision: Sonnenstrom für kirchliche Dächer

Stichworte: Photovoltaik, PV-Direktlieferung, Kirche

Der kirchennahen Genossenschaft Energievision geht es um einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung. Sie spricht gezielt Menschen, Verbände oder Stiftungen aus dem kirchlichen Bereich an.

 „Die Menschheit hat nur Zukunft, wenn die Schöpfung Zukunft hat.“ Die deutschen Bischöfe, 1980

„Wir verstehen uns als kirchennah und haben das auch in unserer Satzung festgehalten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Thomas Wienhardt, der hauptberuflich Referent für Gemeindeentwicklung im Bistum Augsburg ist. Bei der Mitgliederwerbung spricht die Energievision deshalb gezielt Menschen, Verbände oder Stiftungen aus dem kirchlichen Bereich. Mitglieder sind Pfarreien, Pfarrer_innen, die Erz-Abtei St. Ottilien, Privatpersonen und auch eine evangelische Kirchengemeinde.

Bei der Suche nach Standorten für PV-Anlagen geht die Genossenschaft schwerpunktmäßig auf Pfarreien zu. „Wir brauchen ein Instrument, damit Pfarreien leicht ins Handeln kommen“, schildert Wienhardt die Idee der Energiegenossenschaft. Mit der Energievision haben sie einen Dienstleister, der sich um die gesamte Projektierung und Umsetzung kümmert. Die Pfarrei selbst übt zudem keine unternehmerische Tätigkeit aus.

Die Initiative für die Energievision eG entstand aus einer Gruppe engagierter Katholiken. Hilfreich war, dass ein Bekannter von Thomas Wienhardt Solaranlagen baut. Er war für die Idee der Genossenschaft zu gewinnen und brachte sein fachliches Know-how ein. So gelang die Gründung der Energievision im Jahr 2013 zügig.

Die Verantwortlichen der Energiegenossenschaft gehen aktiv auf Pfarreien und die Kirchenstiftungen zu, informieren auf Umweltforen oder auf Treffen der Umweltbeauftragten anderer Diözesen. So macht sich die Energievision bekannt.

„Als Christen geht es uns um einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung.“

Die Energievision will praktisch einen Beitrag zum Klimaschutz durch die Förderung regenerativer Energien leisten. „Mit Photovoltaikanlagen organisieren wir Ökostrom ohne CO-Produktion und zugleich Strom für den lokalen Bedarf“, sagt Vorstand Dr. Thomas Wienhardt

Die Genossen sollen eine vernünftige Rendite für ihre Investitionen erhalten. Doch gleichzeitig ist der Energievision soziales Engagement wichtig. Sofern keine wichtigen Gründe dagegen stehen, soll ein Viertel der Überschüsse aus den Projekten  für karitative oder kirchliche Zwecke gespendet werden, so steht es in der Satzung. Auf diese Weise kommt der finanzielle Gewinn aus nachhaltiger Energieversorgung einem größeren Ganzen zugute.

Ein Beispiel der Projekte ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Steigenberger Kirche der Pfarrgemeinde Christkönig in Penzberg. Die 405 Module können bis zu 100 Kilowattstunden Solarstrom erzeugen, im Jahr 2016 waren es 94 000 Kilowattstunden. Der Solarstrom deckt etwa die Hälfte des Strombedarfs des Kindergartens Sankt Raphael. Zudem erhielt der kirchliche Kindergarten eine Spende der Energievision von 200 Euro aus den Überschüssen des Projektes.

Insgesamt hat die Energievision, die 2012 gegründet wurde, bisher neun Dachanlagen auf Pfarrheimen, Kirchendächern und Kindergärten realisiert, von 10 bis 182 kWp. „Wir merken, das Modell greift“, sagt Thomas Wienhardt.

„Wir bauen auch bundesweit“

Die Energievision ist ständig auf der Suche nach Dächern, die für PV-Anlagen geeignet sind, auch über die Diözesen Augsburg und Eichstätt hinaus. „Wir wollen mehr in die Breite kommen und können in ganz Deutschland Solaranlagen errichten“, sagt Thomas Wienhardt. Vor kurzem gab es Anfragen aus Würzburg und Berlin.

Hürden und Risiken

  • Nur ein Teil kirchlicher Dächer ist für PV-Anlagen geeignet. Zahlreiche Kirchen und Gebäude stehen unter Denkmalschutz, in Innenstädten erlassen Kommunen Ensembleschutz, manche Dächer sind auch renovierungsbedürftig.
  • Die Änderungen des EEG zwischen 2014 und 2017 haben den Bau von Anlagen zeitweise unwirtschaftlich gemacht.
  • Die Energievision schaut sich auch kleinere kirchliche Dächer an, doch Objekte unter 15 kWp seien für die Genossenschaft nicht wirtschaftlich.
  • Das Zeitbudget der ehrenamtlichen Verantwortlichen ist begrenzt, so kann die Energievision bisher nicht wie gewünscht in der Breite tätig sein, was hoffentlich bald überwunden werden kann

Erfolgsfaktoren

  • Das erforderliche Know-how ist in der Genossenschaft, vom Mitgründer, der hauptberuflich Solaranlagen baut, über einen Steuerberater bis zu Finanzfachleuten.
  • Die gute Vernetzung innerhalb der katholischen Kirche, insbesondere im Bistum Augsburg.
  • Die positive Resonanz auf die Aktivitäten der Energievision, in Presse und Hörfunk aber auch bei kirchlichen Umwelforen.
  •  Der Generalvikar des Bistums Augsburg unterstützt das Projekt

Technische Details 

Die Gesamtleistung der PV-Anlagen umfasst aktuell (Mai 2017)  insgesamt 553 kWp

Projekt Steigenberger Kirche, Kirchendach in Penzberg

  • Zum 31. Juli 2014 gebaut und nach EEG in Betrieb genommen
  • Seit Mai 2015 Stromlieferung an den eigenen Kindergarten
  • Leistung: 101 kWp
  • Ertrag pro Jahr: ca. 98 000 kWh

Material und Fotos

Beitrag über die Energievision in der Teleschau von 2014 

Präsentation zur Generalversammlung 2018 - Auszug

Ansprechpartner für Fragen
Energievision eG
Dr. Thomas Wienhardt
Im Tal 9, 86529 Schrobenhausen
E-Mail: info@energievision-eg.de
Telefon: 08431-6406769
Telefax: 08252-81221 
www.energievision-eg.de 

Stand: Juni 2018

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